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Wiesbaden

Wiesbaden: Fahrräder ersetzen Dienstwagen

  • VonDiana Unkart
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Eine Initiative aus Unternehmen und Behörden will den betrieblichen Radverkehr fördern. Viele Beschäftigte könnten statt mit dem Auto mit dem Rad zur Arbeit fahren.

Am Morgen mit dem Auto ins Büro fahren, am Abend nach Hause, zwischendurch Dienstwege mit einem Wagen der Firma erledigen: Vor nicht allzu langer Zeit sah so der Arbeitsalltag vieler Menschen in Deutschland aus. „Aber die Gesellschaft befindet sich im Wandel“, sagt Marcus Fröb von Soka-Bau, der Sozialkassen der Bauwirtschaft, mit Sitz in Wiesbaden. In der Stadt hat sich eine Initiative von Unternehmen und Organisationen verschiedener Größen und Branchen gegründet, die eine nachhaltige betriebliche Mobilität und in erster Linie das Radfahren fördern will. „Ohne die Arbeitgeber wird die Verkehrswende nicht gelingen“, ist Fröb überzeugt. „Wir wollen Verantwortung übernehmen“, sagt Mathias Gundlach, Geschäftsführer der Agentur Fauth, Gundlach und Hübl, die ebenfalls bei der Initiative mitmacht

In Wiesbaden wird der Wandel sichtbar. Radwege entstehen, Einkäufe werden mit Lastenrädern transportiert. Wird gebaut, werden Fahrradabstellanlagen genauso geplant wie Stellplätze für Autos. Auch die Unternehmen würden das Thema für sich entdecken, sagt Gundlach. Das Interesse an der Initiative „Wiesbaden für nachhaltige Mobilität“, kurz Winamo, sei groß. Inzwischen bringen sich Behörden, Organisationen und Unternehmen wie das Bundeskriminalamt, die Henkell-Gruppe, die Hochschule Rhein-Main oder die R+V-Versicherung ein.

Aber Winamo möchte kein Zusammenschluss der Großen sein. Im Gegenteil. „Wir wollen zeigen, mit welchen kleinen Schritten man eine positive Wirkung erzeugen kann“, sagt Marcus Fröb. Jedes Unternehmen habe eine Vielzahl von Einflussmöglichkeiten. Deshalb seien weitere Interessenten erwünscht. Es gehe darum, sich auszutauschen, auf die Belange der Radfahrer:innen aufmerksam zu machen und voneinander zu lernen. Die Initiative stellt ihr Wissen kostenlos anderen Unternehmen zur Verfügung.

Im Landschaftsarchitekturbüro Herrchen und Schmitt ist das Rad inzwischen das bevorzugte Fortbewegungsmittel des kleinen Teams. „Es ist eine echte Alternative“, befindet Geschäftsführer Christoph Schmitt.

Das Potenzial für das Fahrrad in Wiesbaden ist groß. Eine Mobilitätsanalyse zweier großer Unternehmen ergab, dass knapp die Hälfte der Belegschaften in einer Entfernung von maximal 15 Kilometern wohnt – einer Strecke, die problemlos mit dem Rad, zumal einem E-Bike, zurückgelegt werden kann.

Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren oder Dienstwege per Rad zu erledigen, habe viele Vorteile für die Beschäftigten und die Arbeitgeber, sagt Marcus Fröb. Soka-Bau ist 2019 als erster fahrradfreundlicher Arbeitgeber in Wiesbaden und dritter in Hessen ausgezeichnet worden. Mitarbeiter:innen seien erwiesenermaßen zufriedener. Fehlzeiten verringerten sich, es entwickele sich ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. Räder vorzuhalten sei günstiger, als Dienstwagen bereitzustellen. Oft könnten Wege in der Stadt ohnehin schneller mit dem Rad erledigt werden. Die Suche nach Parkplätzen und die Bereitstellung größerer Parkflächen entfällt.

„Das Auto ist nicht mehr Thema, sondern Herausforderung“, sagt Mathias Gundlach. Firmenfahrzeuge seien längst nicht mehr so gefragt wie früher. Junge Menschen interessierten sich eher für ein Jobticket oder die Möglichkeit, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Wer Angebote für Radfahrer:innen bereithält – Spinde, sanitäre Anlagen oder Abstellmöglichkeiten beispielsweise – erhöhe seine Attraktivität als Arbeitgeber.

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