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Wiesbaden: 9-Euro-Ticket sorgt für vollere Busse und weniger Staus

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Von: Diana Unkart

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Die konstant hohe Nachfrage hat nach Angaben von Eswe Verkehr nicht zu Problemen geführt. Dass in Wiesbaden dennoch Busse ausfallen, hat andere Ursachen.

Wie hat sich die Nachfrage nach dem Neun-Euro-Ticket in Wiesbaden entwickelt?

Die Nachfrage ist konstant hoch. Nach Angaben des städtischen Mobilitätsdienstleisters Eswe-Verkehr sind seit Verkaufsbeginn am 22. Mai insgesamt 136 000 Tickets verkauft worden.

Wer nutzt das Ticket?

Genutzt wird das Neun-Euro-Ticket von Pendlerinnen und Pendlern, aber auch häufig im Freizeitbereich. Beliebte Ausflugsziele wie die Fasanerie, das Goldsteintal oder das Jagdschloss Platte sind an das Busnetz angebunden.

Wirkt sich das Ticket auf den Straßenverkehr aus?

Die Einführung des Neun-Euro-Tickets hat messbar zu weniger Staus in der Stadt geführt. Das Stauniveau ist im Vergleich zum Zeitraum davor um 13 Punkte gesunken. Das hat eine Erhebung des Verkehrsdatenspezialisten Tom-Tom im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergeben. Deutschlandweit war nur in Hamburg der Rückgang (14 Punkte) größer. Die kostengünstige Monatsfahrkarte entpuppe sich als ein wirksames Mittel, das Verkehrsaufkommen auf den Straßen zu reduzieren, sagt Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne).

Welche Herausforderungen sind mit der Einführung des Tickets verbunden?

Zu nennenswerten Problemen, die das Neun-Euro-Ticket als Ursache hätten, sei es bislang nicht gekommen, sagt Eswe-Verkehr-Sprecher Micha Spannaus. Im Gegenteil: Die Abwicklung laufe sehr gut. „Die Corona-Pandemie, der damit verbundene hohe Krankenstand und der grundsätzliche Mangel an Fachkräften sind das, was uns aktuell vor Herausforderungen stellt.“ Es fehlen Busfahrer:innen. Wegen vieler Krankmeldungen fallen Busse aus.

Gibt es Überlegungen zu einem Nachfolgeprodukt?

Alles, was den ÖPNV für Fahrgäste attraktiv mache, sei grundsätzlich positiv zu bewerten, sagt Eswe-Verkehr. Tarifwerke seien jedoch sehr komplexe Systeme. Neue Produkte könne man nicht über Nacht einführen, dafür brauche es Vorlaufzeit und eine enge Abstimmung mit anderen Partnern – in diesem Fall innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds. Die mit dem niedrigen Preis verbundenen Einnahmeausfälle seien durch steigende Fahrgastzahlen nicht im Ansatz finanzierbar. „Wenn also über Nachfolgeregelungen gesprochen wird, müssen stets auch alle organisatorischen und wirtschaftlichen Belange berücksichtigt werden.“

Zusammengestellt von

Diana Unkart

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