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Zwischen 2015 und 2019 ist die Zahl der behandelten Kinder in der Wiesbadener Klinik von 5000 auf 3000 gesunken.
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Zwischen 2015 und 2019 ist die Zahl der behandelten Kinder in der Wiesbadener Klinik von 5000 auf 3000 gesunken.

Wiesbaden

Mängel bei Versorgung kranker Kinder: Klinik-Leitung räumt Engpässe ein

  • VonDiana Unkart
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Die Leitung der Helios-Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden räumt Mängel bei der Versorgung kranker Kinder ein. Nun soll unter anderem die Bettenzahl erhöht und Personal aufgestockt werden.

Wiesbaden – In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an den Helios-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden sollen wieder mehr stationäre und mehr Intensivbetten vorgehalten werden. Das ist das Ergebnis eines Fachgremiums und des ersten Runden-Tisch-Gesprächs. Die Klinikleitung informierte darüber in einem Schreiben.

Der runde Tisch mit Vertreter:innen der Klinikführung, der Stadt, des angrenzenden Rheingau-Taunus-Kreises, des Landes und verschiedener Verbände geht auf einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zurück. Der sozialpolitische Sprecher der Linke & Piraten-Rathausfraktion, Ingo von Seemen, kritisierte die Gespräche als ergebnislos. Der runde Tisch sei nichts weiter als eine Showveranstaltung gewesen.

Klinik in Wiesbaden: Mediziner:innen kritisieren Mängel

Mit einer großen Zeitungsanzeige hatten Ende des vergangenen Jahres mehr als 30 Kinder- und Jugendmediziner:innen aus Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis auf die aus ihrer Sicht unzureichende medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen an den HSK aufmerksam gemacht.

Zuvor war bekanntgeworden, dass der langjährige Klinikleiter, Professor Markus Knuf, die Einrichtung verlassen wird. Die Ärztinnen und Ärzte bemängelten in der Anzeige, dass der Versorgungsauftrag nicht mehr erfüllt werde, und nannten als Gründe „wirtschaftliche Optimierungsprozesse“ von Helios und einen „massiven Bettenabbau“ zwischen 2015 und 2019 von 106 auf weniger als 50. Die Zahl der behandelten Kinder sei von 5000 auf 3000 gesunken.

Wiesbaden: Leitung der Helios-Horst-Schmidt-Kliniken räumt Defizite ein

Die Klinikleitung räumt nun Defizite ein: „Wir müssen eingestehen, dass wir in den letzten Jahren diese Versorgung durch wiederkehrende Versorgungsengpässe nicht immer gewährleisten konnten. Wir sehen uns hier klar in der Verantwortung und entschuldigen uns hierfür“, heißt es in dem Schreiben.

Um die medizinische Versorgung der Kinder künftig gewährleisten zu können, sollen Bettenkapazitäten aufgebaut werden. Ein „Nadelöhr“ sieht die Klinik vor allem im Bereich der Intensivmedizin mit derzeit zwölf Betten. Dort seien die Verhältnisse räumlich beengt. Zudem fehlten speziell ausgebildete Pflegekräfte.

Nachfolger:in für Leiter der Kinderklinik in Wiesbaden gesucht

Kurzfristig soll die Intensivstation nun auf eine größere Station umziehen und mit den Intensivstationen der Erwachsenenmedizin verzahnt werden. Helios hatte bereits angekündigt, die Zahl der stationären Betten nicht wieder auf die ursprüngliche Zahl von mehr als 100 erhöhen zu wollen. Geplant sei aber eine Steigerung auf 60 bis 70 Betten noch in diesem Jahr, sagt Sprecherin Simone Koch.

Aktuell wird eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für den scheidenden Leiter der Kinderklinik gesucht. Demnächst werden sich acht Bewerber:innen vorstellen. Besetzt werden soll zudem die Leitung des Sozialpädiatrischen Zentrums. Dort gibt es derzeit Vakanzen – ebenso wie in der Kinderchirurgie. Die Fluktuation von Fachkräften in der Kinderklinik sei aktuell niedriger. Beim Personalaufbau zeige sich ein positiver und stabiler Trend. Wenn die neue Klinikleitung berufen ist, sollen die Gespräche – unter anderem mit den Kinderärztinnen und -ärzten – fortgesetzt werden. (Diana Unkart)

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