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Wiesbaden: Elässer Platz soll grün werden

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Von: Madeleine Reckmann

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Eine Blechwüste - so sieht der Elsässer Platz heute aus.
Eine Blechwüste - so sieht der Elsässer Platz heute aus. © Andreas Arnold

Anstatt parkender Autos soll es dort künftig Bäume geben. Für die Fahrzeuge wird ein Parkhaus gebaut.

Der Elsässer Platz wirkt nicht gerade einladend. Parkende Autos stehen dicht an dicht. 550 Fahrzeuge können dort kostenfrei abgestellt werden. Im Sommer liegt brütende Hitze darüber. Jetzt soll der Platz ökologisch aufgewertet werden und die Parkplätze entfallen.

So manche Person mag da an Bäume, Wiese, Springbrunnen und Spielplätze denken. Nicht ganz falsch. Die Stadt hatte einen Gestaltungswettbewerb ausgelobt, deren Sieger all dies unterbringen, aber noch mit ganz anderen Ideen aufwarten. Im Entwurf aus Berlin, der den ersten Platz gewonnen hat, sind großzügige Entrees vorgesehen, die Wege weiten sich zu Terrassen und Plätzen. Es könnte ein Wasserspiel geben, in dem Kinder planschen, eine große Blumenwiese und viele Bäume und Sträucher, die künftigen heißen und trockenen Sommern standhalten. Es solle ein Platz werden, wo die Menschen sich im Alltag entspannen und an anderen Tagen feiern könnten, heißt es im Entwurf. „Ich bin froh, dass wir einen Schritt weiter sind. 20 Jahre haben wir überlegt, wie der Platz gestaltet werden soll“, sagt die ehrenamtliche Stadträtin Tilli-Charlotte Reinhardt (Grüne), die auch Mitglied der Jury ist.

Der Clou des Siegerentwurfs ist ein differenziertes Bewässerungssystem; für den Wettbewerb waren ein Regenwassermanagement und positive Auswirkungen auf das Stadtklima gewünscht. Anstatt das Regenwasser im Abwasserkanal abzuleiten, hat sich die Berliner Landschaftsarchitekturgesellschaft ein unterirdisches Staurigolensystem ausgedacht. Es nimmt das Regenwasser auf, um es später an die Bäume, Sträucher und die Wiese mittels Tröpfchenbewässerung wieder abzugeben. Die Pumpen werden mit Solarenergie betrieben. Die Wiese wird abgesenkt, damit sich bei Starkregen das Wasser dort sammelt, ein offenes Rückhaltebecken also.

Das Bund-Land-Förderprogramm Wachstum und nachhaltige Erneuerung hilft bei der Finanzierung. Die Stadt müsste nur ein Drittel der mindestens 3,1 Millionen Euro für die Umsetzung zahlen. Das Programm unterstützt die Städte, sich an verändernde Bedarfe anzupassen. Ökologische Aspekte wie die Klimafolgenanpassung sollen berücksichtigt werden. Der Elsässer Platz ist nicht das einzige Projekt, das in Wiesbaden mit dem Programm gefördert wird. Das Walkmühltal, der Sedanplatz und Herderplatz gehören auch dazu. Zudem gibt es Anreize für Privatleute, auf ihrem Grundstück Flächen zu entsiegeln und zu begrünen.

Für den westlichen Teil des Elsässer Platzes sieht der Entwurf ein dreigeschossiges Quartierhaus mit angrenzendem Kinderhaus und begrüntem Dach vor: Eine Ladestation für E-Autos und ein Fahrradverleih seien dort vorstellbar. Wie der Elsässer Platz einmal aussehen soll, durften die Menschen aus Wiesbaden mitbestimmen. Ihre Wünsche sind in die Entwürfe eingeflossen.

Und wo können die Fahrzeuge abgestellt werden? Wie Reinhardt mitteilt, sorgten sich viele Menschen, keinen Abstellplatz für ihr Auto zu finden. Gegenüber in der Klarenthaler Straße wird dafür ein Parkhaus mit 430 Stellplätzen gebaut, das 2023 fertig sein soll. Reinhardt sagt im Gespräch mit der FR, es gebe zudem Überlegungen, die in der Nähe gelegenen und nachts und am Wochenende leerstehenden Parkhäuser der AOK, der Agentur für Arbeit und der Hochschule Rhein-Main zu nutzen. „Damit würden gleich viele oder sogar mehr Stellplätze – wenn auch nicht zu gleichen Konditionen wie bisher – zur Verfügung stehen“, sagt sie.

Die Siegerentwürfe für die Gestaltung des Elsässer Platzes werden bis zum 4. März am grünen Infocontainer auf dem Elsässer Platz ausgestellt.

Ein Ort zum Entspannen - so könnte er mal werden.
Ein Ort zum Entspannen - so könnte er mal werden. © Franz Reschke

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