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Die Polizei regelt den Verkehr auf den Ausweichrouten durch die Stadt.
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Die Polizei regelt den Verkehr auf den Ausweichrouten durch die Stadt.

Wiesbaden

Nach der Sperrung der Salzbachtalbrücke: Doppelt so lange Fahrtzeiten mit der Bahn

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Wie kommt man nach dem Desaster mit der Salzbachtalbrücke nach Wiesbaden? Ein Selbstversuch.

Wiesbaden – Die Salzbachtalbrücke dicht, der Hauptbahnhof dicht, und die gewohnten Wege nach Wiesbaden funktionieren nicht. Ist Wiesbaden jetzt eine abgeschlossene Stadt? Wie schafft man es hinein? Ich mache einen Selbstversuch und wähle dafür die S-Bahn. Meine DB-App informiert mich darüber, dass die S8 nur bis Wiesbaden-Ost fährt und von dort bis zum Hauptbahnhof der „Schienenersatzverkehr“ bereit steht. Ich will wissen, ob das klappt. Los geht es um 12.44 Uhr am Bahnhof in Rüsselsheim. Der Zug ist pünktlich.

Anders als sonst steigen am Mainzer Hauptbahnhof nur wenige Leute zu. Normalerweise ist die Bahn zwischen den beiden Landeshauptstädten voll. Fahr-plangemäß kommt der Zug um 13.07 Uhr in Wiesbaden-Ost an. Die Leute trotten durch die Unterführung zur Bushaltestelle. Und tatsächlich, da steht ein Reisebus parat. Prima, denke ich, klappt ja wie am Schnürchen. Die freundliche Fahrerin transportiert sogar das Fahrrad eines Reisenden, öffnet dafür den Kofferraum. Der Bus ist fast voll besetzt. Wenig später fährt er los.

Nach der Sperrung der Salzbachtalbrücke: Stau, Stau, Stau

Und stoppt ganz schnell wieder. Langes Warten an einer Ampel, die zweite Ampel an der Kreuzung Straße der Republik/Biebricher Allee ist defekt. Stau, Stau, Stau. Auf der Biebricher geht es im Stop-and-go-Modus voran, Radfahrer:innen überholen den Bus. Wie schön das aussieht, Menschen fröhlich strampelnd an der frischen Luft. Erst hinter dem Theodor-Heuss-Ring geht es flotter weiter. Um 13.35 Uhr kommt der Bus am Hauptbahnhof an. Für die Strecke, die die S-Bahn in wenigen Minuten zurücklegt, brauchte der Bus eine halbe Stunde. Für die Fahrt von Rüsselsheim nach Wiesbaden habe ich 50 Minuten gebraucht, sonst sind es 30.

An den Bushaltestellen tobt das Leben. „Wo ist der Schienenersatzverkehr in den Rheingau?“, fragt ein Mann. Niemand weiß es. Andere suchen Verbindungen in die Stadt. Ein großes Gewusel. Aber der Hauptbahnhof ist leer wie sonst nur am späten Abend. Zwei nette Personen informieren im Auftrag der Deutschen Bahn verirrte Reisende, wo sie den Schienenersatzverkehr in ihre Richtung finden.

Sperrung der Salzbachtalbrücke: Es kommt auch noch ein Streik hinzu

Als wäre das Verkehrschaos wegen der defekten Brücke nicht schon schlimm genug, streikt auch noch der Dienstleister der Mainzer Mobilitätsgesellschaft. Gruppen von Schülern und Schülerinnen warten auf ihren Bus, der über die Wiesbadener Vororte am Rhein entlang nach Mainz fährt.

Ich möchte auch nach Hause und denke, dass ich in einer knappen Stunde wieder in Rüsselsheim bin. Falsch. Ich lerne, dass man mit etwas mehr Zeit als sonst nach Wiesbaden fahren kann. Aber zurück kann es komplizierter sein. Mit dem „Schienenersatzverkehr“ geht es um 14 Uhr vom Hauptbahnhof zum Bahnhof Wiesbaden-Ost, wo wir um 14.25 Uhr ankommen. Die S-Bahn um 14.43 Uhr fällt aus, teilt die Anzeige mit. Die Mitreisenden, die schon lange am Gleis oder im stehenden Zug warten, sind ungeduldig. Über eine halbe Stunde stehe der Zug dort schon, heißt es. Ihren Termin könne sie vergessen, murmelt eine Frau.

Ich checke, ob ich besser die S1 nehmen sollte bis nach Mainz-Kastel und dann die S9. Plötzlich ist auf der Anzeige zu lesen, dass die S8 um 14.52 Uhr fährt. Aus Angst vor schlechten Anschlüssen nehme ich lieber den direkten Zug und setze mich neben zwei junge Frauen. Eine Stunde seien sie schon unterwegs, stöhnen sie. Als der Zug losfährt, gibt es Applaus. Ankunft in Rüsselsheim: 15.17 Uhr. (Madeleine Reckmann)

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