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Ohne große Abschiedsfeier: Detlev Reymann, Präsident der Hochschule Rhein-Main, geht in Pension.
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Ohne große Abschiedsfeier: Detlev Reymann, Präsident der Hochschule Rhein-Main, geht in Pension.

Wiesbaden

Detlev Reymann verlässt Hochschule Rhein-Main

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Hochschulpräsident Detlev Reymann nimmt nach zwölf Jahren an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden still und leise Abschied. Dabei hätte er Feierlichkeiten allemal verdient.

Nach zwölf aufregenden Jahren als Präsident der Hochschule Rhein-Main einfach so ohne einen festlichen Abschied mit den Kolleginnen und Kollegen zu gehen, das sei bitter, sagt Detlev Reymann. Mit den meisten Menschen, mit denen er zusammenarbeite, verbinde ihn auch etwas auf der persönlichen Ebene. Und Arbeit sei für ihn immer mehr gewesen als ein Job. Gerne hätte er für die Zusammenarbeit gedankt. Aber in Zeiten von Corona bleibt dem 63-Jährigen nichts übrig als heute nach seinem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand aus der Ferne zu winken und die Tür still hinter sich zuzuziehen.

Dabei hätte Reymann Feierlichkeiten verdient. Die Hochschule ist in seiner Amtszeit eine andere geworden. Die Zahl der Studierenden hat sich seit 2009 von 7500 auf 14 000 und die der Beschäftigten von 500 auf 970 fast verdoppelt. 30 neue Studiengänge sind entstanden. Seit 2017 kann an der Hochschule für angewandte Wissenschaften promoviert werden, für eine ehemalige Fachhochschule ein Riesenerfolg. Inzwischen sind es über 60 Promovenden.

Reymann ist zwar stolz auf die Veränderungen. Aber er möchte sie sich nicht nur an sein eigenes Revers heften. „Die Hochschule hat vieles erreicht. Ich habe mithelfen dürfen“, sagt er bescheiden. Die Kolleginnen und Kollegen hätten große Leistungen vollbracht. Seine Nachfolgerin ist die Juristin Eva Waller aus Bochum.

Zusammenlegung der drei Wiesbadener Standorte

Reymann freut sich besonders, dass die Zusammenlegung der drei Wiesbadener Standorte zu einem Campus am Kurt-Schumacher-Ring in jüngster Zeit Fahrt aufnimmt. Denn dass die Hochschule Jahr für Jahr vier Millionen Euro nur für Miete ausgeben muss, ärgert ihn sehr. „Dafür könnte ich 40 Professoren bezahlen.“ Etwa die Hälfte der Universitätsgebäude müssen angemietet werden. „Wissenschaft und akademische Ausbildung leben davon, dass Menschen sich begegnen und sich inter- und transdisziplinär austauschen“, begründet Reymann die Zusammenlegung.

Das Land Hessen gibt 150 Millionen Euro, um auf dem künftigen Campus Gebäude in den kommenden elf Jahren zu sanieren und auszubauen. 2021 soll der Bau des Lehr- und Lernzentrums auf dem Grundstück der früheren August-Hermann-Francke-Schule am südwestlichen Campusrand beginnen. 3900 Quadratmeter Nutzfläche sollen dort entstehen, die - wenn nichts dazwischen kommt - 2023 in Betrieb gehen. Die Pläne für die Wiesbadener Businessschool, für die die Hochschule zurzeit Räume in der Bleichstraße anmietet, sollen vorangetrieben werden. Die Fertigstellung ist für 2025 vorgesehen. Daneben soll ein Seminar- und Vorlesungsgebäude entstehen.

Doch auch dann kann die Hochschule nicht alle Gebäude aufgeben, etwa am Standort Unter den Eichen. Da brauche es noch die weitere Unterstützung des Landes, sagt der Präsident.

Bedeutung von Praxisbezug 

Die Bedeutung von Praxisbezug auf die Theorie hat Reymann früh erkannt. Sein Werdegang liest sich wie eine konsequente Hinwendung zu einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Reymann, in Düsseldorf aufgewachsen, absolvierte nach der Schule zunächst eine Lehre als Gärtner, wo er lernte, Bäume und Sträucher zu ziehen und zu pflegen. Dann studierte er in Hannover Gartenbau-Wissenschaften mit dem Schwerpunkt Baumschulwesen und Gartenbauökonomie. Vor 26 Jahren wurde der Vater zweier Töchter Professor an der Fachhochschule Geisenheim, die damals noch zur Hochschule Rhein-Main gehörte.

Im Ruhestand möchte er an sein Wissen über Gartenbau anknüpfen. In der Toscana pflegt er einige Olivenbäume, deren Ernte er zu steigern hofft, und er hat einen Weinberg angelegt. Außerdem plant er, wilden Spargel anzubauen, der in italienischen Wäldern wie Unkraut wächst und sehr aromatisch sein soll. Seinen Wohnstandort Geisenheim, wo er mit seiner Frau lebt, möchte er aber nicht aufgeben.

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