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Caroline Friedrich, Inhaberin des Wäschefachgeschäfts Baeumcher. Das eröffnete am 1. Mai 1871. Foto Monika Müller
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Caroline Friedrich, Inhaberin des Wäschefachgeschäfts Baeumcher. Das eröffnete am 1. Mai 1871. Foto Monika Müller

Wiesbaden

Wiesbaden: Dessous und Wäsche zum Wohlfühlen

  • VonMirjam Ulrich
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Baeumcher & Co besteht seit 150 Jahren. Während des Lockdowns liefert das Dessous-Taxi.

Der ideale BH sieht hübsch aus, gibt Halt und sitzt perfekt. Die meisten Frauen kennen jedoch nicht ihre richtige BH-Größe, die sich im Laufe des Lebens hormonell bedingt mehrfach ändern kann. Fachleuten zufolge tragen mehr als 70 Prozent der Frauen eine falsche Größe.

„Auf sich selbst gestellt wählen viele Frauen einen zu weiten Büstenhalter, weil er sie nicht einzwängen soll“, sagt Caroline Friedrich. „Doch ein gutsitzender BH zwängt nicht ein, den merkt man gar nicht. Er sorgt für ein tolles Körpergefühl.“

Caroline Friedrich ist seit 2015 Inhaberin von Baeumcher & Co., dem traditionsreichen Wiesbadener Fachgeschäft für Dessous, Wäsche und Bademoden. Das Unternehmen besteht am kommenden Samstag seit 150 Jahren. Gegründet hat es Florentine Baeumcher, von der Caroline Friedrich weiß, dass sie mit Gummiwaren und Sanitätsprodukten handelte.

Florentine Baeumcher ist um 1849 in Dresden zur Welt gekommen. Ihr Vater besaß eine Fabrik für Gummi- und Guttaperchawaren. Die Firma Baeumcher & Co. produzierte zum Beispiel Regenmäntel, erfand aber auch „Fahrschuhe“ auf zwei hintereinander laufenden Rädern mit pneumatischen Gummireifen – Vorläufer der Inline Skates. Außerdem stellte sie Produkte für den Sanitätsbedarf und die Notfallmedizin her, wie etwa Verbandmaterial, Spritzen, die „Baeumcher’s Patent-Bettmatratze“, Luft- und Wasserkissen sowie Wärme- und Zerstäubungsapparate.

Da lag es nahe, in der aufstrebenden Kurstadt Wiesbaden eine Filiale zu eröffnen, zumal das Unternehmen zu den Hoflieferanten der bayerischen und sächsischen Könige und des Großherzogs Mecklenburg-Schwerin zählte. Am 1. Mai 1871 gründete Florentine Baeumcher mit Anfang 20 ihr Geschäft für Gummiwaren und Sanitätsbedarf an der Langgasse.

„Im Zweiten Weltkrieg bekam man dort auf Bezugsschein auch Babyartikel“, berichtet Caroline Friedrich. Das Geschäft ging an Edgar Wilcke über, der aus Dresden stammte und mit der Gründerin Florentine Baeumcher verwandt war. 1956 erweiterte er das Sortiment um Babyausstattung und Miederwaren. Neun Jahre später zog das Fachgeschäft an die Rheinstraße Ecke Luisenplatz, wo es noch heute ansässig ist.

Wilcke übergab das Unternehmen 1992 an seine Angestellte Gisela Steinborn, die es fast ein Vierteljahrhundert erfolgreich führte. Sie ist die Mutter von Caroline Friedrich, die vier Jahre später ebenfalls dort anfing. Bevor die Einzelhandelskauffrau auf Dessous umschwenkte, hatte sie Führungspositionen in der Textilbranche inne. Sie kaufte bereits für ihre Mutter Gisela die Kollektionen ein. Normalerweise reist sie zweimal im Jahr nach Paris.

Caroline Friedrich und ihre fünf Mitarbeiterinnen erkennen meist auf den ersten Blick, welche BH-Größe die Kundin benötigt – und welche Modelle gut bei ihr sitzen. „Für Yoga braucht man einen anderen als fürs Joggen.“ Sie wissen, welcher Sport-BH sich für welche Sportart eignet. Und: „Die Kundinnen möchten wissen, welche Materialien und Farbstoffe verwendet werden, woher die Waren kommen, wie sie sich auf der Haut und beim Waschen verhalten“, sagt die Inhaberin. Darum blute ihr auch das Herz, dass sie derzeit ihre Kundinnen nicht in der Kabine beraten könne.

Outfit für Videokonferenz

Stattdessen bietet sie ein Dessous-Taxi an, zudem verlegte sie ihre Frühjahrsmodenschau ins Internet, mit Erfolg. Ihr Sortiment hat sie bereits vor der Pandemie um Homewear erweitert – bequeme Kleidung für zu Hause, die aber auch straßentauglich oder für Videokonferenzen im Homeoffice geeignet ist. Bereits dreimal hintereinander bekam Baeumcher & Co den wichtigsten Branchenpreis als eins der besten Wäschefachgeschäfte Deutschland verliehen, zuletzt 2019.

Nur alle vier Jahre kann ein Geschäft die Auszeichnung, die die Fachpresse und eine internationale Jury vergibt, gewinnen. „2023 holen wir uns den wieder“, sagt Caroline Friedrich. Sie schaut positiv in die Zukunft. „Unsere Branche ist sehr beratungsintensiv, das ist unser Vorteil gegenüber anderen Textilien.“

Ein Jubiläumsfest ist geplant, der Termin wird bekannt gegeben unter:

www.baeumcher-dessous.de

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