Christiane Hinninger wurde von den Wiesbadener Gruenen als Oberbuergermeistrkandidatin nominiert

OB-Wahl in Wiesbaden

Wiesbaden: Christiane Hinninger tritt wieder an

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Zum dritten Mal lässt sich Christiane Hinninger als Kandidatin der Grünen für die OB-Wahl in Wiesbaden aufstellen.

Christiane Hinninger will es wieder wissen. Zum dritten Mal lässt sich die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl in Wiesbaden aufstellen. Ihre Partei gab ihr am Dienstag mit 80-prozentiger Zustimmung das Okay dafür; einen Gegenkandidaten gab es nicht. Hinninger ist bis jetzt die einzige Frau im Rennen um den Posten im Rathaus. Die Wahl soll zeitgleich mit der Europawahl am 26. Mai stattfinden.

„Wir sehen in der jetzigen Wahl eine historische Chance“, sagt die 57-Jährige auf Anfrage. Die bundesweit hohe Wählerzustimmung für die Grünen und die Skandale der Wiesbadener CDU und die der SPD könnten ihr den Erfolg bescheren, der ihr bei ihren Kandidaturen 1997 und 2013 versagt geblieben war. „Damals spitzte sich die Wahl auf die beiden großen Parteien zu, die gibt es heute nicht mehr“, sagt sie

Ihre Bewerbungsrede hob auch auf die zahlreichen Wiesbadener Skandale ab. „Die politische Kultur braucht einen Neuanfang“, heißt es darin. Sie wolle nicht, dass Wiesbaden wegen Strafanzeigen, Interessenverquickungen und möglicher Günstlingswirtschaft Schlagzeilen mache, sondern weil die Herausforderungen einer Großstadt erfolgreich gelöst würden. Nach einer gründlichen Aufklärung müssten personelle Konsequenzen gezogen werden. Mit Dreck zu werfen, wie das gerade der Fall sei, sei nicht ihr Stil. Die Grünen-Position sei klar: Ausschreibung und Auswahl von Führungspositionen bei städtischen Beteiligungen müsse nach definierten Tätigkeitsprofilen und Bewertungskriterien erfolgen. Dass die Fraktionen die Stellen mit Personen ihrer Wahl besetzten, müsse aufhören.

Hinninger kann auf politische Erfahrung verweisen. 1997 bis 2001 war sie Dezernentin für Umwelt und Verkehr im Rathaus. Von 2006 bis 2011 war sie Vorstandssprecherin im Kreisverband, und seit 2011 ist sie Fraktionsvorsitzende. In dieser Funktion gestaltete sie den Kooperationsvertrag 2017 maßgeblich mit.

Hinninger wurde 1961 in Steinau an der Straße geboren, studierte in Frankfurt Biologie und lebt seit 1991 in Wiesbaden. Mit ihrem Lebensgefährten und dem gemeinsamen Sohn wohnt sie im Stadtteil Breckenheim. Sie ist bei einem privaten Rundfunksender in Rheinland-Pfalz in Teilzeit beschäftigt, wo sie für die Hintergrundrecherche und Dokumentation tätig ist.

Zu ihrem Programm zählt, Wiesbaden als grüne Stadt zu entwickeln, die effizient mit Flächen umgehe, bezahlbare Wohnungen schaffe, die lokale Energiewende und umweltschonende Mobilität vorantreibe. Klimaschutz müsse zur Gemeinschaftsaufgabe der gesamten Verwaltung, der Wirtschaft, Verbände und der Stadtgesellschaft werden.

Die bislang bekannten Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl sind Eberhard Seidensticker (CDU). Ingo von Seemen (Linke & Piraten) und Sebastian Rutten (FDP). Heute möchte die SPD Oberbürgermeister Sven Gerich als Kandidaten aufstellen.

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