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Neuer BKA-Standort: 850 Beamte sollen ein Büro in der Frankfurter Straße erhalten.

Wiesbaden

Wiesbadener Bundeskriminalamt erhält 350 Mitarbeiter mehr

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Die Behörde platzt aus allen Nähten. Jetzt mietet sie drei neue Standorte an, damit die neuen Beamten unterkommen.

Innenminister Horst Seehofer (CDU) will mehr Polizisten einstellen, um Terrorismus, Islamismus, Rechtsextremismus und Hasskriminalität besser zu bekämpfen. Nach gegenwärtigem Stand soll das Bundeskriminalamt (BKA) zusätzliche 900 Planstellen in den Jahren 2020 und 2021 erhalten. Davon sind laut einer BKA-Sprecherin 350 Stellen für den BKA-Hauptsitz in Wiesbaden vorgesehen, unter der Voraussetzung, dass das Bundesparlament für den Vorschlag Geld bereitstellt. Zurzeit hat das BKA 4236 Mitarbeiter in Wiesbaden.

Das zusätzliche Personal und die Sanierungsbedürftigkeit einiger älterer Immobilien stellt das BKA vor Raumprobleme. Die Behörde platzt schon jetzt aus allen Nähten. Auf sieben Standorte verteilt sie sich derzeit. Damit alle Polizisten unterkämen, seien weitere drei Standorte in der Stadt vorgesehen, teilt die Sprecherin der FR auf Anfrage mit.

Allein auf den 22 000 Quadratmetern in dem Verwaltungsgebäude in der Frankfurter Straße 50, das das DIC Asset Gewerbeimmobilienunternehmen gerade für einen höheren zweistelligen Millionenbetrag saniert, sollen im kommenden Jahr 850 BKA-Mitarbeiter Büros beziehen. Liegenschaften in der Lorenz-Schott-Straße in Mainz-Kastel und der Gustav-Nachtigal-Straße sollen weitere Beamte aufnehmen. Das macht die Zusammenarbeit nicht gerade einfach. Besprechungen von Mitarbeitern unterschiedlicher Abteilungen liefen per Videoschaltung, heißt es beim BKA. Ein eigener Fahrdienst, für den auch Busse eingesetzt würden, befördere die Beamten und das Equipment von Standort zu Standort. Langfristig will das BKA daher alle Abteilungen zusammenziehen.

Wegen mangelnder bundeseigener Liegenschaften muss das BKA auf dem freien Markt nach einem Gebäude oder Grundstück suchen. „Der Raumbedarf ist erhoben und das Ziel ist, ein Grundstück in Wiesbaden zu finden“, sagt die Sprecherin. Es werde auch darüber nachgedacht, im Planungsgebiet Ostfeld eine neue BKA-Zentrale zu bauen. Ob dort aber jemals ein Baugebiet entsteht und wann Baubeginn sein könnte, steht noch nicht fest. Das BKA wird sich also noch lange auf künftig zehn Standorte verteilen.

„Es ist von zentraler Bedeutung, dass das BKA in Wiesbaden bleibt“, sagt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) auf Anfrage. Denn das entspreche dem Verständnis von Föderation. Er erinnere sich noch gut daran, wie 2004 der damalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) die Bundesbehörde von Wiesbaden nach Berlin habe verlagern wollen und die Region hart gegen die Pläne gekämpft habe.

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