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Wiesbaden bleibt gefragter Bürostandort

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Von: Diana Unkart

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Ökologisch nachhaltige Bauten liegen im Trend. Rolf Oeser
Ökologisch nachhaltige Bauten liegen im Trend. Rolf Oeser © ROLF OESER

Behörden und Unternehmen sind bereit, für ökologisch nachhaltige Bauten höhere Mieten zu bezahlen.

Wiesbaden bleibt trotz Corona-Pandemie und Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Homeoffice ein gefragter Bürostandort. Das geht aus den Berichten von Immobilienvermittlern hervor.

Nach Angaben von Steinbauer Immobilien stabilisierte sich der Büromarkt 2021 mit einem Flächenumsatz von rund 75 200 Quadratmetern. In der Vermietungsleistung liegt Wiesbaden damit über dem Ergebnis des Jahres 2020 mit 64 100 Quadratmetern. Die größten Flächen seien in den Stadtrandzonen vermietet worden, vor allem im neuen Behördenzentrum am Schiersteiner Berg, das im kommenden Jahr fertiggestellt werden soll.

Im innerstädtischen Bereich geeignete Büroräume zu finden, bleibt weiterhin ein schwieriges Unterfangen. Die Angebotsknappheit habe sich besonders eklatant in den Top-Lagen Innenstadt, Mainzer Straße und Abraham-Lincoln-Straße gezeigt, berichtet das Wiesbadener Beratungshaus Two Rivers. Dort seien Mietobjekte mit mehr als 1000 Quadratmeter Fläche kurzfristig nicht verfügbar gewesen. Weil das Angebot knapp ist, gibt es kaum leerstehende Büros. Ende des vergangenen Jahres habe die Leerstandsquote bei 2,5 Prozent gelegen.

Ein Trend zeichne sich ab: Vor allem Mieter:innen von zukunftsorientierten und ökologisch nachhaltigen Büroneubauten seien bereit, höhere Baukosten und neue energetische Standards auch mit höheren Mietpreisen zu honorieren. Die Mietpreise im Neubausegment hätten Ende 2021 sogar Topwerte um 20 Euro pro Quadratmeter erreicht.

Die größten Einzelvermietungen im Jahr 2021 waren die Hessenagentur mit 7300 Quadratmeter in der Mainzer Straße, das Statistische Bundesamt mit 6400 Quadratmetern im Stadtteil Erbenheim sowie Hessen Mobil und das Landeskriminalamt mit 34 000 Quadratmetern am Schiersteiner Berg.

Die meisten Mietvertragsabschlüsse - insgesamt mehr als 60 - gab es nach Angaben von Colliers International im Segment bis 500 Quadratmeter. In den übrigen Größensegmenten habe sich die spürbare Marktbelebung noch nicht in Abschlusszahlen widerspiegeln können.

Die drei Beratungshäuser beurteilen die Zukunft des Wiesbadener Büromarkts optimistisch. „Wiesbaden ist und bleibt als Landeshauptstadt ein gesuchter Standort im Rhein-Main-Gebiet für Dienstleister aus allen Branchenbereichen“, heißt es im Bericht von Steinbauer. Gegenwärtig würden neue Bürowelten erarbeitet, in denen pandemische Lagen und die Work-Life-Balance berücksichtigt würden.

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