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Wiesbaden: Biogartenmesse auf der Domäne Mechtildshausen

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Von: Andrea Rost

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Landschaftsarchitektin Batya-Barbara Simon hat die Biogartenmesse vor sechs Jahren ins Leben gerufen.
Landschaftsarchitektin Batya-Barbara Simon hat die Biogartenmesse vor sechs Jahren ins Leben gerufen. © Michael Schick

Was macht einen Biogarten aus? Antworten auf diese Frage gibt’s am Wochenende auf Deutschlands einziger Biogartenmesse in Wiesbaden-Erbenheim. Verkauft werden ausschließlich biozertifizierte Pflanzen.

Bei der Nachbarin im Garten wächst alles kreuz und quer. Nicht nur das trockene Gras steht einen guten Meter hoch, auch in den Beeten wuchern diverse Pflanzen und eine Menge Unkraut. Ist das ein Biogarten?

Batya-Barbara Simon schüttelt energisch den Kopf. Nein, mit einem Biogarten habe das nicht viel zu tun, sagt die ausgebildete Floristin und Landschaftsarchitektin. Ein Biogarten müsse keineswegs ungeordnet sein. „Wichtig ist, Pflanzen zu setzen, die in zertifizierten Biogärtnereien kultiviert wurden, auf Pestizide zu verzichten und nur organischen Dünger zu verwenden.“

Regulierend eingreifen dürften Gartenbesitzer:innen sehr wohl. „Das ist sogar wichtig, damit eingewanderte und wuchernde Pflanzen nicht die Oberhand gewinnen und hier beheimatete Sorten verdrängen.“

Veranstaltung

Die Biogartenmesse auf der Domäne Mechtildshausen in Erbenheim ist am Samstag, 27. August, von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag, 28. August, von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Eintritt kostet acht Euro, Familien zahlen 14 Euro. aro

www.biogartemesse.de

Wie man einen solchen Biogarten anlegt und pflegt, erfahren Interessierte am Wochenende auf der Biogartenmesse in der Domäne Mechtildshausen in Wiesbaden. Zum sechsten Mal organisiert eine gemeinnützige Gesellschaft rund um Batya-Barbara Simon die Ausstellung in der Landeshauptstadt; bisher lief sie in der Orangerie im Biebricher Schlosspark. Um die 60 Aussteller:innen haben sich angekündigt. Neben einem Bio-Pflanzenmarkt mit Rosen, einheimischen Wildgewächsen, mediterranen Kübelpflanzen, Stauden, Saatgut, Kräutern und Produkten zur ökologischen Gartenpflege gibt es Kunsthandwerk, Gartenmöbel, Skulpturen und Dekorationsartikel.

„Wir waren als Veranstalter der Biogartenmesse von Anfang an Pioniere und wir sind es immer noch“, sagt Batya-Barbara Simon. Das Interesse der Kund:innen an biozertifizierten Zierpflanzen für den eigenen Garten sei mittlerweile gestiegen. Und es gebe immer mehr Gärtnereien, die ihre Pflanzen ökologisch nachhaltig kultivierten.

Biozertifizierte Stauden und Beetblumen oder Balkonpflanzen könne man nicht im Baumarkt oder in jedem x-beliebigen Gartencenter kaufen, betont die Expertin. Ganz im Gegenteil: In herkömmlichen Läden als bienenfreundlich ausgewiesene Zierpflanzen enthielten häufig Rückstände hochgiftiger Pestizide. Das habe eine vom Umweltforschungsinstitut Global 2000 in Kooperation mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) herausgegebene Studie nachgewiesen. „Wenn sich auf so eine Pflanze eine Biene draufsetzt fällt sie tot um“, sagt Batya-Barbara Simon.

Umso wichtiger sei es, sich gut beraten zu lassen und Tipps von Fachleuten zu erhalten. „Die Aussteller auf unserer Messe nehmen sich Zeit für individuelle Gespräche.“ Und die 54-Jährige zerstreut Bedenken, ein Biogarten könnte am Ende altmodisch wirken. „Auch ein moderner formaler Garten kann die Kriterien eines Biogartens erfüllen“, betont Batya-Barbara Simon.

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