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Architekt Jan Spork (l.) Zeno Mertens vom Immobilienentwickler Norsk stehen auf dem „h1“-Areal.
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Architekt Jan Spork (l.) Zeno Mertens vom Immobilienentwickler Norsk stehen auf dem „h1“-Areal.

Wiesbaden

Wiesbaden bekommt Bürohäuser aus Holz

  • VonDiana Unkart
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Im kommenden Jahr entstehen die ersten beiden mehrgeschossigen Gebäude in Holzhybrid-Bauweise. Die Projektentwickler werben mit der Nachhaltigkeit ihrer Immobilien.

Lediglich ein großes Plakat an einem in die Jahre gekommenen Haus deutet darauf hin, dass an dieser Stelle bald ein neues Kapitel Wiesbadener Baugeschichte geschrieben wird. In der Hohenstaufenstraße, nicht weit vom Justizzentrum entfernt, entsteht demnächst Wiesbadens erstes Bürogebäude in Holzhybrid-Bauweise. Die Baugenehmigung ist erteilt, im kommenden Jahr soll Baubeginn für das nach Straße und Hausnummer „h1“ genannte Gebäude sein. Nicht weit entfernt bekommt die Stadt ein weiteres Bürogebäude aus Holz. Die OFB-Projektentwicklung lässt es in der Mainzer Straße 118 errichten.

In den nächsten Tagen sollen dort die Abrissarbeiten beginnen, im März oder April 2022 die Bauarbeiten für das sechsgeschossige Haus – das erste Bürogebäude in Holzhybrid-Bauweise, das die OFB realisiert. „Die Architekten und wir als Unternehmen haben viel lernen müssen und wir lernen immer noch“, sagt Klaus Kirchberger, Vorsitzender der OFB-Geschäftsführung. „Es ist learning by doing. Wir fangen gerade erst an, mit Holz in dieser Dimension zu bauen.“

„Es ist ein anspruchsvolles Pionierprojekt“, sagt auch Architekt Jan Spork über das „h1“. „Aber man muss mit der Zeit gehen.“ Das Wiesbadener Büro Grabowski.Spork hat das Gebäude im Auftrag des Immobilienentwicklers Norsk entworfen. Weil es das erste Gebäude dieser Art in Wiesbaden ist, für das eine Baugenehmigung erteilt wurde, habe auch die Verwaltung Neuland betreten. Während des Genehmigungsverfahrens sei man in enger Abstimmung gewesen.

Die gebäude

Beide Bürogebäude , das „h1“ in der Hohenstaufenstraße und das „Platinum“ in der Mainzer Straße werden in Holzhybrid-Bauweise errichtet.

Bei dieser Bauweise werden die Baustoffe Holz und Beton miteinander kombiniert.

Das „h1“ verfügt über eine Mietfläche von rund 2400 Quadratmetern, das „Platinum“ über rund 5300 Quadratmeter.

Die Baugenehmigung für das „h1“ liegt bereits vor, für das „Platinum“ läuft das Genehmigungsverfahren. diu

Geplant ist an der Stelle, an der heute noch ein altes Bürohaus und eine Autowerkstatt stehen, ein bis zu sechs Geschosse hohes Gebäude, vorrangig aus Holz. Nur für Fundament, Untergeschoss und Treppenhauskern wird Stahlbeton verwendet. Die Massivholz-Bauelemente werden vorgefertigt angeliefert, das optimiere die Bauzeit. Das Holz sei bei einer Firma aus Hessen bereits reserviert, so dass es wegen der derzeitigen Lage auf dem Holzmarkt nicht zu Lieferengpässen komme. „Wir beauftragen, wenn möglich, Unternehmen aus der Region“, sagt Zeno Mertens vom Projektentwickler Norsk.

Auf dem Plakat in der Hohenstaufenstraße ist ein markantes, dunkles Gebäude zu sehen. „Die Fassade wird feuerbehandelt“, erklärt Spork. „Holz wird verbrannt und konserviert, so ist es geschützt gegen Witterungseinflüsse.“ Dass das Haus zu großen Teilen aus Holz gebaut ist, soll von außen erkennbar sein. Nach Angaben von Norsk wird das Gebäude nachhaltig gestaltet. Wegen seiner Kompaktheit sei das „h1“ gut geeignet, um das Thema Nachhaltigkeit in einem kompletten Gebäude umzusetzen, sagt Jan Spork. Beispielsweise würden Lehm-Heiz-Kühldecken eingebaut, die das Raumklima verbesserten. Das Bürohaus werde mit Fernwärme versorgt, es gebe ein Beleuchtungssystem mit Tagessteuerung oder ein nachhaltiges Heiz- und Kühlsystem. Holz, ergänzt Zeno Mertens, sei ein nachwachsender Rohstoff, ein CO2-Speicher und könne später weiterverwertet werden.

Auch die OFB setzt auf Nachhaltigkeit und strebt für das „Platinum“ genannte Haus in der Mainzer Straße, bei dem Bereiche der Fassade mit Photovoltaik versehen werden, das Platin-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und eine Auszeichnung als klimapositive Immobilie an. Das heißt, das Gebäude soll später mehr Energie erzeugen als verbrauchen. „Im Betrieb wollen wir CO2-Neutralität erreichen“, sagt Kirchberger.

Die Corona-Pandemie hat bei den Unternehmen zu einem Nach- und Umdenken geführt. Sie fragten sich, wie die Büros künftig gestaltet sein sollen. Der Trend gehe weg von Großraumbüros hin zu Einzel- oder kleineren Gruppenbüros, berichtet Architekt Spork. Geachtet werde zudem auf gesundheitliche Aspekte und eine Wohlfühlatmosphäre. Eine Stärke des Baustoffes Holz sei, dass er für ein gutes Raumklima sorge. „Bauen mit Holz wird mehr und mehr an Bedeutung gewinnen“, sagt Spork. Dass Holz Beton irgendwann ersetzen wird, glaubt Klaus Kirchberger indes nicht. Da dürfe man sich nichts vormachen. „Es ist eine schöne, sinnvolle Ergänzung.“

Verlaufen Abriss und Bau wie geplant, soll das „h1“ genannte Gebäude im Sommer 2023 fertig sein und das Haus in der Mainzer Straße im dritten Quartal 2023 an seine Mieterin, die Hessen Agentur, übergeben werden.

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