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So soll der Holzturm einmal aussehen.
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So soll der Holzturm einmal aussehen.

Wiesbaden

Wiesbaden baut ersten Wohnturm fast ganz aus Holz mit acht Geschossen in Hessen

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Das klimafreundliche Gebäude in Kastel-Housing ist ein Leuchtturmprojekt.

Den Brandschutzauflagen zu genügen, ist wohl die schwierigste Aufgabe gewesen. Holz ist ein wunderbarer Brennstoff. In dem künftigen Holzturm, einem Leuchtturmprojekt in Sachen Klimaschutz, soll Feuer aber keine Chance haben.

Die Landeshauptstadt möchte mit dem achtgeschossigen Wohngebäude im Entwicklungsgebiet Kastel-Housing ganz vorne bei der Entwicklung von klimaschonenden Bauverfahren dabei sein. Mit innovativen Lösungen ist es der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG gelungen, ein achtgeschossiges Wohngebäude fast ganz aus Holz zu planen. Damit sich Flammen und Glut nicht ausbreiten könnten, würden die Böden in allen Stockwerken mit dickem Beton-estrich versehen, erklärt Verena Thiels-McMurray, Projektleiterin bei der SEG, und in den Wänden werde zusätzlicher Gipskarton verbaut, als seitliche Brandsperre.

Außerdem ist das Treppenhaus aus Beton. Die Brandschutzbehörde war in die Planungen eingebunden. Der Entwurf stammt von der Architekten-Arbeitsgemeinschaft Klaus Leber und Lars Otte aus Darmstadt.

Der Wohnturm

In dem Wohnturm in Holz-Hybridbauweise liegen 21 Wohnungen, neun im geförderten Mietwohnungsbau. Im Erdgeschoss entsteht eine neue Kita.

Das Bauen des Holzturms verbraucht 88 Prozent weniger CO2 als ein vergleichbares herkömmliches Gebäude.

Ein Blockheizkraft versorgt das Haus mit Wärme aus Gas und erneuerbaren Energien

Nach SEG-Angaben ist der Holzturm das erste achtgeschossige Wohngebäude in Hessen in Holzhybridbauweise. Nicht nur die Fassade, auch große Teile der Tragstruktur sind als Fichtenbaum gewachsen. „Diese Konstruktion vereinbart die Vorteile des mineralischen Bauens im Brandschutz und Tragwerk mit den ökologischen Vorteilen des Holzbaus und macht so höhere Mehrfamilienhäuser erst möglich“, sagt SEG-Geschäftsführer Roland Stöcklin. Der Turm soll 26,5 Meter hoch werden.

Noch ist nur eine tiefe Grube mit Bodenplatte zu sehen. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) verspricht sich dennoch von dem Holzturm Strahlkraft über Wiesbaden hinaus. Es gelinge, nachhaltiges Bauen und bezahlbares Wohnen zu kombinieren, sagte er am Freitag anlässlich der Grundsteinlegung. Im Sommer soll der Rohbau stehen. Ein Vorteil der Holzbauweise ist, dass es so schnell geht. Die Bauteile werden in den Werkstätten vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengesetzt. Der Turm soll 2023 bezugsfertig sein.

Holz gilt als klimafreundlicher Baustoff; er muss nicht industriell gefertigt werden und hat während des Wachsens CO2 gebunden. Eine detaillierte Ökobilanzierung hat laut SEG ergeben, dass ein vergleichbares Haus in Betonbauweise schon nach der Fertigstellung so viel klimaschädliche Emissionen verursacht wie das Holzhaus, nachdem es 20 Jahre beheizt worden ist.

Die Bilanz ist so gut, dass SEG-Chef Stöcklin von Nachahmern ausgeht. Neben den Erfordernissen des Brandschutzes seien aber auch die des Schallschutzes und der Standsicherheit nicht einfach zu erfüllen gewesen, sagt er. Wegen der aktuell gestiegenen Holzpreise habe sich das Projekt um weniger als eine Million Euro auf 12,5 Millionen Euro verteuert. Dennoch glaubt Stöcklin an den Holzbau. Seine Vision ist es, weitere Teile des früheren US-Armee-Geländes mit Holzhäusern zu bebauen. „Später wird sich eine Baukostensenkung bemerkbar machen“, sagt er.

Gut fürs Klima, gute Stimmung: Grundsteinlegung für das Gebäude fast ganz aus Holz.

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