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Das Kurhaus und dessen Geschichte ist zentraler Ort für Wiesbadens Bewerbung um den Unesco-Welterbe-Titel.
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Das Kurhaus und dessen Geschichte ist zentraler Ort für Wiesbadens Bewerbung um den Unesco-Welterbe-Titel.

Wiesbaden

Wiesbaden bald Weltkulturerbe?

Die Bewerbungsphase um den Status Weltkulturerbestadt der Unesco ist vorbei. Im kommenden Jahr könnte sich entscheiden, ob die Bewerbung Erfolg hatte. Die bisher für die Bewerbung zuständige Stabsstelle bekommt eine neue Aufgabe.

Von Irmela Heß

Die Bewerbungsphase ist abgeschlossen. Ob aber die Anstrengungen, Wiesbaden zur Weltkulturerbestadt der Unesco erklären zu lassen, Erfolg haben, wird sich vermutlich frühestens im nächsten Jahr zeigen. Damit ist ein weiterer Schritt auf dem oft holprigen Verfahrensweg getan. Weshalb Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) gestern auch erklärte, dass die bisher für die Bewerbung zuständige Stabsstelle eine neue Orientierung erhält. Sie wird zwar von Januar 2016 an innerhalb seines Dezernats das Verfahren weiter verfolgen, aber auch für Identitätsstiftung, Bürgerbeteiligung und die Koordination ehrenamtlichen Engagements zuständig sein.

Wie mehrfach berichtet, bewirbt sich Wiesbaden gemeinsam mit 15 anderen Kur- und Bäderstädten aus sieben europäischen Staaten als „Great Spas of Europe“ oder „Europäische Kurstädte und Modebäder“. Die hessische Landeshauptstadt wollte sich zunächst allein bewerben – ursprünglich als Stadt des Historismus – , sah aber wenig Chancen auf Anerkennung, weil es bereits viele deutsche Welterbestädte gibt. Die Bewerbung im Verbund erschien aussichtsreicher, erweist sich aber jetzt auch als problematisch, denn 16 Städte, so wird vermutet, sind zu viel für eine serielle Bewerbung.

Neben Wiesbaden sind das die deutschen Städte Bad Homburg, Bad Pyrmont, Baden-Baden, Bad Ems, Bad Kissingen, vier tschechische Orte, unter anderem Karlsbad und Marienbad, dazu kommen das englische Bath und das belgische Spa, Vichy in Frankreich und drei österreichische Städte.

Kleinere Gruppe?

Vermutlich wird die Gruppe nun verkleinert, erklärte gestern Thomas Weichel von der städtischen Stabsstelle Weltkulturerbe. Wie viele letztendlich übrig bleiben, sei aber noch nicht klar. Um diese Entscheidung treffen zu können, hat das zuständige Gremium, die „International Working Group“, erstmal eine Studie in Auftrag gegeben, die die einzelnen Städte und ihre Qualitäten miteinander vergleicht. Daraus folgt dann – vielleicht schon Mitte November – eine Empfehlung an das Gremium auf der nächsten Entscheidungsebene, das Anfang nächsten Jahres tagt. Wie das mit der Empfehlung umgeht, bleibt abzuwarten.

Weil mit sechs deutschen Städten ein Ungleichgewicht in der Gruppe herrscht, hält Weichel es für ausgeschlossen, dass alle deutschen Städte in der Bewerbergruppe bleiben können – obwohl jede ihren eigenen inhaltlichen Schwerpunkt herausgearbeitet hat.

Wiesbaden hat sich als Großstadt mit Badkultur-Geschichte beworben, die Kernzone für die Bewerbung enthält deshalb keine Kulturlandschaft, sondern städtische Viertel mit historischen Gebäuden, alles im Bereich des Ensembleschutzes. „Wir haben das größte Kurhaus des 19. Jahrhunderts, deshalb müssten wir eigentlich in der Auswahl dabei sein“, sagt Weichel und schränkt ein: „Wenn aber als Kriterium gilt, dass es auch heute noch einen funktionierenden Kurbetrieb gibt, dann hat Wiesbaden schlechte Karten.“

Weil die Entscheidung nun nicht mehr beeinflusst werden kann, bekommt die bisherige Stabsstelle Weltkulturerbe neue Aufgaben, die sich aus ihrer Arbeit ergibt: Sie soll über das baukulturelle Erbe hinaus dafür sorgen, dass sich die Bürger mit ihrer Stadt identifizieren, dass sie sich zu Hause fühlen und sich engagieren. Ein entsprechendes Symposium, das dieses Thema „Heimat“ aufgreift, beginnt heute, Freitag, um 14 Uhr.

Außerdem soll die „neue“ Stabsstelle Identitätsförderung bürgerschaftliches Engagement koordinieren. Die Orientierung ist neu, die Kosten bleiben: Auch im neuen Haushaltsentwurf sind 180 000 Euro veranschlagt.

Gemeinsam mit drei anderen Mitarbeitenden, die dafür innerhalb des Rathauses versetzt werden, wird Thomas Weichel hier sein Wissen einbringen – und die Bewerbung der Stadt als Weltkulturerbestadt weiter begleiten.

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