1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Wiesbaden: Anna Netrebko soll nicht singen

Erstellt:

Kommentare

Anna Netrebko trat 2012 mit ihrem damaligen Ehemann Erwin Schrott auf dem Bowling Green vor dem Wiesbadener Kurhaus auf.
Anna Netrebko trat 2012 mit ihrem damaligen Partner Erwin Schrott auf dem Bowling Green vor dem Wiesbadener Kurhaus auf. Bild: Michael Schick © Michael Schick

Konflikt mit dem Intendanten des Staatstheaters: Stadt und Landesregierung wollen keinen Auftritt der Diva in Wiesbaden – doch der Intendant will offenbar nicht darauf verzichten

Die russische Operndiva Anna Netrebko soll nicht bei den renommierten Wiesbadener Maifestspielen auftreten – das wünschen sich jedenfalls der Magistrat der hessischen Landeshauptstadt und die Landesregierung. Der international bekannten Sängerin wird eine zu große Nähe zum Putin-Regime vorgeworfen, sie steht auf einer Sanktionsliste der Ukraine.

Stadt und Land hätten den Künstlerischen Leiter der Maifestspiele, Uwe Eric Laufenberg, erfolglos gebeten, auf einen Auftritt Netrebkos zu verzichten, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung des Wiesbadener Magistrats und der Landesregierung. Laufenberg widme die Festspiele zwar denjenigen, die aufgrund ihrer Meinung im Gefängnis säßen, und erwähne auch den russischen Menschenrechtler Alexei Nawalny, doch sei nicht zu vermitteln, weshalb Netrebko auftreten solle. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) werde seine Schirmherrschaft für das Kulturfestival ruhen lassen, sagte der Chef der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer. Das Land werde auch den zu den Festspielen geplanten Vorempfang absagen.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) und Kulturdezernent Axel Imholz betonten, es sei bedauerlich, dass in dieser sensiblen Frage kein Einvernehmen mit dem Intendanten erzielt worden sei. Am heutigen Dienstag werde der Wiesbadener Magistrat darüber beraten, ob die Stadt auf repräsentative Veranstaltungen bei den Maifestspielen verzichte.

Netrebko gibt übrigens an diesem Samstag ein Konzert in der Alten Oper Frankfurt – trotz hoher Ticketpreise ist es bereits fast komplett ausverkauft. aph

Auch interessant

Kommentare