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Wiesbaden: Alte Befürchtungen

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Von: Madeleine Reckmann

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Wiesbaden ist einer der wichtigsten Standorte des US-Militärs in Europa, hier ein Fest auf der Air Base Erbenheim. Rolf Oeser
Wiesbaden ist einer der wichtigsten Standorte des US-Militärs in Europa, hier ein Fest auf der Air Base Erbenheim. Rolf Oeser © Rolf Oeser

Viele Fragen zu möglicher Stationierung von US-Raketen.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat kürzlich erklärt, die Wiesbadener Bevölkerung brauche sich nicht zu sorgen, dass die US-Army Raketensysteme im Stadtteil Mainz-Kastel stationiere. Die US-Regierung habe ihr bestätigt, beim 56th Artillery Command im Ortsbezirk Mainz-Kastel keine solchen Waffensysteme zu lagern. Diese Nachricht beruhigt allerdings nicht alle Menschen in der Region. Denn heute existieren mobile, und dennoch sehr gefährliche Raketen.

So fühlt sich der Arbeitskreis Umwelt und Frieden in Mainz-Kastel (AUF), der Fraktionstatus im Ortsbeirat genießt, durch die Antwort der Ministerin nicht ausreichend informiert. Deshalb fordert die Fraktion in einem Antrag den Magistrat auf, im Verteidigungsministerium nachzuhaken, welche Rolle Wiesbaden für das in der Entwicklung befindliche Hyperschall-Raketensystem „Dark Eagle“ der US-Armee spiele.

Seit November 2021 gibt es Spekulationen, dass „Dark Eagle“ in Wiesbaden, wo sichdas Hauptquartier der US-Army für Europa und Afrika befindet, von Bedeutung sein könne. „All diesen Berichten ist gemein, dass der Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel eine zentrale Rolle spielt“, heißt es in dem von dem AUF-Fraktionsvorsitzenden Ronny Maritzen unterzeichneten Antrag.

Die Ministerin habe die Frage nicht beantwortet, von welchem Standort aus die Raketensysteme befehligt werden sollen. Sollte dies von Kastel oder Erbenheim aus geschehen, sähe die AUF Fraktion hierin eine relevante Verschlechterung der Sicherheits-Situation für Wiesbaden und Umgebung.

Das Säbelrasseln Russlands im aktuellen Ukraine-Konflikt gegen den Westen, so schreibt Fraktionsvorsitzender Maritzen, lasse alte Befürchtungen aus der Zeit des Kalten Kriegs wieder aufleben.

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