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Wiesbaden

Wiesbaden als Fußgängerhauptstadt

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Als Modellstadt ausgewählt- Strategie für attraktivere Gehwege gesucht

Wiesbaden ist für seine schönen Viertel und Alleen bekannt. Aber zu Fuß zu gehen, ist wegen abgestellter Fahrzeuge auf den Gehwegen oder anderer Hindernisse nicht immer eine Freude. Das möchte die Landeshauptstadt nun ändern. Sie wurde als eine von fünf Modellstädten unter dem Titel „Gut gehen lassen – Bündnis für attraktiven Fußverkehr“ für die Entwicklung einer Fußverkehrsstrategie ausgewählt. Der Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. unterstützt die Kommune dabei, fußgängerfreundlicher zu werden.

Die Wege sind also sicherer und attraktiver zu machen. Braunschweig, Erfurt, Flensburg und Meißen nehmen auch an dem Pilotprojekt teil. 30 Städte hatten sich beworben.

„Durch die drohenden Dieselfahrverbote … bewegt sich viel in Sachen Verkehrswende. Diesen Schwung möchten wir auch für die Förderung des Fußverkehrs nutzen“, sagt Rosa Jahn von der Abteilung Verkehrsplanung der Stadt. Die Stadt hatte bereits 2017 im Verkehrsentwicklungsplan festgelegt, Hauptstadt der Fußgänger und Fußgängerinnen in Deutschland zu werden.

Die Mindestbreite von 2,50 Metern auf Gehwegen werde bei Sanierungen und Neubauten wie etwa auf dem ersten Ring bereits berücksichtigt, teilt ein Sprecher aus dem Dezernat Verkehrsplanung auf Anfrage mit. Aber es gebe andere Hindernisse. Stört ein Stromverteilerkasten oder eine Laterne auf dem Bürgersteig? Braucht man Bänke, um sich auszuruhen? Und wer läuft schon gerne in der prallen Sonne?

Der Dreh an dem Projekt ist, dass neben Verwaltung und Politik die Bürgerschaft eingebunden wird. Bis 2023 führen im Verein engagierte Menschen Fußverkehrschecks, Workshops, Aktionen auf der Straße und Begehungen mit Stadtverordneten durch. Ehrenamtliche Quartiersgeherinnen und -geher, die sich in ihrem Stadtteil für bessere Gehwege engagieren, sollen nach einer entsprechenden Schulung helfen, die Stadt auf Defizite und Möglichkeiten hinzuweisen.

Das Projekt läuft über zwei Jahre und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und vom Umweltbundesamt komplett bezahlt. „Unser Bestreben als Modellstadt besteht darin, den Fußverkehr künftig stärker in unseren Planungen zu berücksichtigen und einige der mit Fuss e.V. erarbeiteten Maßnahmenvorschläge … in den kommenden Jahren umsetzen zu wollen“, sagt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD).

Der Verein zählt die Argumente auf, warum es wichtig sei, den Menschen das Zufußgehen wieder schmackhaft zu machen: Das Gehen ist eine klimaschonende Form der Mobilität, 19 Prozent der Autofahrten sind kürzer als zwei Kilometer, könnten also leicht durch einen Spaziergang ersetzt werden. Gehen ist auch effizient, es braucht weniger Fläche und ist billiger als jedes andere Verkehrsmittel.

Und es ist sozial, weil jeder Mensch, wenn nicht gehbehindert, zu Fuß gehen kann, ohne Fahrschein und ohne Führerschein. Es verursacht weder Abgase noch Lärm, gefährdet keine anderen Personen, braucht weder Parkraum noch Abstellflächen.

Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, beleben die Straßen, sorgen für Sicherheit und fördern den Einzelhandel. Außerdem ist Gehen gesund und dient der Vertrautheit mit der Umgebung.

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