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Das Kreuz auf dem Kirchturm von St. Johannes bleibt, auf Berggipfeln steht ja auch ein Kreuz.
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Das Kreuz auf dem Kirchturm von St. Johannes bleibt, auf Berggipfeln steht ja auch ein Kreuz.

Umnutzung

Kirche wird zum Kletterparadies

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Weil kaum noch Menschen in die Kirche St. Johannes in Wiesbaden kommen, hat die Pfarrei sie nun verkaufen müssen. Künftig wird dort geklettert statt gebetet.

Am Kirchturm hoch klettern und sich wieder langsam abseilen? Dies ist gewiss eine ungewohnte Vorstellung. Im Wiesbadener Stadtteil Rambach könnte sie wahr werden. Das Bistum Limburg verkauft die Kirche St. Johannes an die Wiesbadener Sektion des Alpenvereins, der sie für seine Mitglieder mit Klettermöglichkeiten ausstatten möchte. Am Sonntag, 27. Dezember, wird der 60er-Jahre-Bau wie nach der katholischen Lehre üblich profanisiert, also entweiht.

„Die Entscheidung fällt nicht leicht. Ein realistischer Blick auf die Dinge, wie sie eben sind, ist aber notwendig“, sagt Pfarrer Frank Schindling aus der Pfarrei St. Birgid, zu der die Kirche St. Johannes gehört. Nur noch wenige Katholiken und vor allem kaum Menschen aus Rambach besuchten die Kirche in dem eher evangelisch geprägten Stadtteil. Und da der Alpenverein seit vielen Jahren einen Treffpunkt und Gelegenheiten zum Klettern suche, sei man sich nun einig geworden.

Für 217 500 Euro wechselt das Gotteshaus den Besitzer. Das Bistum hätte gewiss mehr für das 2000 Quadratmeter große Grundstück erzielen können. „Es geht uns nicht um Gewinnmaximierung. Das Konzept hat uns überzeugt“, begründet Schindling die Entscheidung. Denn der Alpenverein stehe für Gemeinschaft, Jugendarbeit und die Bewahrung der Schöpfung – wie die Christen auch.

Kreuz bleibt stehen

Zudem solle der Kirchenbau, der unter Denkmalschutz steht, erhalten bleiben. Die Glocken würden zwar aus dem Turm entfernt, aber das Kreuz bleibe stehen, wie ein Gipfelkreuz. Vertraglich sei festgelegt worden, dass ein Teil der Kirche für kleine Gottesdienste weiterhin zur Verfügung stehe, und die Räume, in denen zuvor andere Vereine mit ihren Jugendgruppen arbeiteten, für sie geöffnet blieben. „Ich bin froh, dass die Kirche erhalten bleibt“, sagt Pfarrer Schindling.

„Wir werden zunächst ein Vielfaches des Kaufpreises in die Sanierung des Gebäudes stecken“, berichtet Uwe Goerttler, Vorsitzender der Sektion Wiesbaden. Die Denkmalschutzbehörde habe große Auflagen für den Umbau erteilt. Der Standort sei als Multifunktionsanlage geplant, mit Büros, Räumen für Vorträge und Gelegenheiten fürs Klettertraining. Die acht Meter hohe Innenwand des Sakralgebäudes eigne sich zur Indoor-Kletterwand. Auch der 18 Meter hohe Kirchturm könne vielleicht zum Trainingsgelände umfunktioniert werden. Die Wiesbadener Sektion hatte vor einigen Jahren eine ihrer beiden Berghütten, das Madlener Haus im Vorarlberg, verkauft. Seitdem war der mit seinen 5500 Mitgliedern größte Wiesbadener Verein auf der Suche nach Eigentum in der Nähe.

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