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Am Platz der Deutschen Einheit stehen sechs solcher Masten.
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Am Platz der Deutschen Einheit stehen sechs solcher Masten.

Wiesbaden

Wiesbaden: 86 Tatverdächtige per Video ermittelt

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Polizei und Ordnungsamt sind mit den Überwachungsanlagen zufrieden

Die Bilder sind auch in der Dämmerung gestochen scharf. Für die beiden Wiesbadener Videoschutzanlagen, wie die Überwachungsanlagen laut Polizei heißen, ist modernste Technik eingekauft worden. Beamte in vier Wiesbadener Polizeiwachen werfen hin und wieder einen Blick auf die Bildschirme, so wie sie gerade Zeit haben. Steht ein Einsatz bevor, wird genau hingeschaut. Sind Ansammlungen von verdächtigen Personen zu sehen? Rennt jemand weg? Welchen Weg nimmt er? Die Polizisten in den Wachen können die Streifenpolizisten gezielt dorthin lotsen, wo die Verdächtigen vermutet werden.

Überwachung in Wiesbaden: Auch gegen Volksverhetzung

Stefan Müller, Präsident der Polizei Westhessen, und Oliver Franz, Bürgermeister und Ordnungsdezernent der Landeshauptstadt, sind sich einig. Die Bilanz des ersten Jahres, in dem die Videoüberwachungsanlagen in Betrieb sind, sei gut. „Die Anlage hat ihren Nutzen unter Beweis gestellt“, sagt Müller gestern, „sie ist aus der Sicherheitsarchitektur nicht mehr wegzudenken.“ Auch Franz spricht von einer „uneingeschränkt positiven Bilanz“, die Arbeit werde „hervorragend bewertet“. Die skulpturale Präsentation jüdischer Sportler auf dem Bahnhofsvorplatz wäre sonst nicht möglich gewesen. Auch gegen Volksverhetzung gehe man vor.

Die Anlage

Die Videoanlagen wurden offiziell im August 2020 in Betrieb genommen. Zuvor gab es eine Testphase von März 2020 an.

Die beiden Anlagen stehen am Platz der deutschen Einheit und am Hauptbahnhof, auch mit Blick zum Schlachthof. Die Standorte mussten zuvor als Kriminalitätsschwerpunkte identifiziert worden sein. Insgesamt wurden 72 hochauflösende Kameras an 18 Standorten inklusive moderner Auswertetechnik installiert.

Betrieben werden die Anlagen von der Stadt, dabei kooperiert sie mit der Polizei Westhessen. Die Anlagen kosteten 1,8 Millionen Euro, davon zahlte das Land 1,28 Millionen Euro. mre

Nach einem Jahr hätten mit Hilfe der Videotechnik 86 Tatverdächtige an den beiden zuvor als Kriminalitätsschwerpunkten identifizierten Orten überführt werden können, berichtet Polizeidirektorin Susanne Rohlfing. Es handele sich um 34 Körperverletzungsdelikte, fünf Raubstraftaten, fünf Widerstandshandlungen, zwölf Diebstähle, zwei Verstöße gegen das Waffengesetz, dreimal Handel mit Betäubungsmitteln, drei Bedrohungen und drei Sexualdelikte sowie ein versuchtes Tötungsdelikt. In Dreiviertel der Fälle wurde die Straftat aufgezeichnet. In über der Hälfte wäre die Ermittlung des Tatverdächtigen nicht möglich gewesen. „Die Bilder lügen nicht“, sagt Rohlfing.

Überwachung in Wiesbaden: Um Masken zu kontrollieren

Während der Corona-Pandemie bedient sich auch das Ordnungsamt der Aufzeichnungen. Trugen die Menschen ihre Mund-Nasen-Masken nicht vorschriftsgemäß, wird ein Stadtpolizist hingeschickt, um sie auf ihre Pflicht hinzuweisen. Zumeist geht es jedoch darum, das Alkoholverbot auf dem Platz der deutschen Einheit durchzusetzen.

Während einer Demonstration werde die Anlage abgeschaltet, versichert Hans-Peter Erkel, Leiter der Stadtpolizei. Gesichtserkennung werde - da nicht zulässig - nicht eingesetzt und die Bilder würden zehn Tage gespeichert, sagt Franz, „wir würden uns aber eine längere Speicherfrist wünschen“.

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