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Endlich wieder Bahn fahren. Seit Mittwoch ist Wiesbaden wieder mit dem Zug erreichbar.
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Endlich wieder Bahn fahren. Seit Mittwoch ist Wiesbaden wieder mit dem Zug erreichbar.

Wiesbaden

Wieder Züge nach Wiesbaden

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Sechs Monate nach Sperrung der Salzbachtalbrücke kann in Wiesbaden der Hauptbahnhof endlich angefahren werden.

Ein roter Teppich und ein Torbogen aus Luftballons erwarten die Fahrgäste, die am Mittwoch gegen neun Uhr mit einer der ersten S-Bahnen in Wiesbaden ankommen. Es scheint, als berühre sie die Willkommensdeko kaum. Ernst steigen sie aus den Bahnen und gehen zielstrebig weiter. Bei den Verantwortlichen der Landeshauptstadt und des Schienenverkehrs, die auf Gleis 2 und 3 die Presse empfangen, herrscht indes Freude.

Nach einem halben Jahr Pause fahren wieder Züge in den Hauptbahnhof ein - und hinaus. „Das Tor zur Region und zur Welt ist wieder offen“, sagt Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD). Nachdem die Salzbachtalbrücke im Juni wegen Baufälligkeit gesperrt werden musste und mit ihr der unter der Brücke verlaufende Bahnverkehr -, fuhr außer der Regionalbahn nach Niedernhausen keine Bahn mehr in den Bahnhof ein. Die hessische Landeshauptstadt war sechs Monate vom regionalen und nationalen Bahnverkehr abgeschnitten. Nun ist wieder Betrieb in der Halle. Um Viertel nach vier Uhr fuhr die erste S-Bahn ein. 500 Züge werden es am Ende des Tages sein.

Historie

Die Salzbachtalbrücke wurde am 18. Juni 2021 gesperrt. Gleichzeitig wurde der Bahn- und Autoverkehr unter der Brücke eingestellt. Die Sprengung der Brücke war am 6. November.

Als Ersatz wurde der Busverkehr auf der Expressbuslinie 928 und der Buslinie X26 gestärkt. Die Züge der Ländchesbahn erhielten mehr Waggons. Außer den zusätzlichen Fahrten der X26 enden der Schienenersatzverkehr, zusätzliche Fahrten der 928 und das höhere Platzangebot der Ländchesbahn.

Er sei zwar „ein bisschen grantig“ gegenüber der Autobahngesellschaft des Bundes, erklärt Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn, in Anspielung daran, dass die Bundesgesellschaft für den baulichen Zustand der Brücke verantwortlich ist, die DB aber leiden muss. Der Zeitplan sei jedoch eingehalten worden, ein kleiner Trost. Wie nach der Brückensprengung im November versprochen, sind die Bahnanlagen rechtzeitig von Trümmern und Sand geräumt worden, so dass der Bahnhof vor Weihnachten wieder angefahren werden kann. Mit 500 Metern Gleise, 450 Tonnen Schotter, über 600 Metern Oberleitung und Signalleitungen seien in den letzten Wochen die Bahnanlagen instand gesetzt worden, so Vornhusen. Anlässlich der Brückensprengung waren die Anlagen entfernt worden. „Ich möchte das nicht noch einmal erleben, dass so eine wichtige Stadt vom Eisenbahnverkehr abgeschnitten wird“, sagt Vornhusen und bedankt sich bei den Fahrgästen für ihre Geduld.

„Wir sind wieder da“, ruft auch André Kavai, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, aus. Er hofft, dass es nach der Pandemie wieder 44 000 Passagiere sein werden, die den Wiesbadener Hauptbahnhof nutzen. Wie viele Menschen sich während des Bahnhofsstillstands andere Verkehrsmittel suchten, ist unklar, sagt eine DB-Sprecherin. Auch die Höhe des durch die Brückenhavarie bei der DB entstandenen Verlusts steht noch nicht fest. „Der Ausfall muss noch bewertet werden. Ob jemand für den Schaden herangezogen werden kann, ist noch rechtlich zu prüfen“, sagt Stefan Schwinn, DB-Regionalleiter Mitte der FR.

Die 20 Geschäftsinhaber:innen im Bahnhofsgebäude erhielten eine über die Coronaentlastung hinausgehende Mietminderung. Aufgegeben hat keiner von ihnen. Jetzt hoffen sie auf Kundschaft. „Die letzten Monate waren schlimm“, sagt Niloofar Salafia, Filialleiterin der Bäckerei Crobac. Nur ein Sechstel der Backwaren seien verkauft worden. Auch der Verkäufer im Zeitungsladen wünscht sich bessere Zeiten.

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