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Wieder keine neue Turnhalle

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Von: Silvia Bielert

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Die Turnhalle der IGS Hermann Ehlers reicht für den regulären Sportunterricht nicht aus.
Die Turnhalle der IGS Hermann Ehlers reicht für den regulären Sportunterricht nicht aus. © Monika Müller

Die Integrierte Gesamtschule Hermann Ehlers (HES) in Wiesbaden muss weiter auf die seit 1989 geplante Drei-Felder-Halle verzichten. Regulärer Schulsport ist damit für manche Klassenstufen an der HES nicht möglich.

Regulärer Schulsport, so wie ihn der Lehrplan vorsieht, findet in der Integrierten Gesamtschule Hermann Ehlers (HES) in Erbenheim nicht statt, zumindest nicht für die zwölf Klassen der Stufen fünf bis sieben. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion teilte Schuldezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) kürzlich mit: 480 Sportstunden seien für diese Schüler im vergangenen Schuljahr ausgefallen, weil eine von drei Wochensportstunden „aufgrund fehlender Hallenkapazität nicht in der Turnhalle gehalten werden“ kann.

Die IGS verfügt über eine winzige Ein-Feld-Turnhalle. Die seit 1989 angedachte Drei-Felder-Halle wurde bis heute nie realisiert. Und sie wird es auch nicht im nächsten Haushaltsjahr. Denn in den rund 62 Millionen Euro, die Kämmerer Axel Imholz (SPD) in seinem Entwurf des Doppelhaushaltes 2014/15 für Schulen eingestellt hat, taucht die Ehlers-Schule nicht auf. Kein Wunder: Denn laut der im Juli veröffentlichten Prioritätenliste des Schuldezernates ergibt sich der Bedarf für eine neue Sporthalle erst im Jahr 2016. Und das, obwohl die dritte Unterrichtsstunde bereits seit 1991 flachfällt, sagt der Elternbeirat.

Die Politik weiß Bescheid

Es sei schwierig genug, den 23 Klassen in der einen Halle zweimal in der Woche Sportunterricht zu erteilen, erzählt die stellvertretende Schulleiterin Pia Neumann. „Und als Ganztagsschule müssten wir auch über den Sportunterricht hinaus am Nachmittag Bewegungsangebote machen.“ Zudem sei die Halle nicht besonders schön, auch wenn in den Sommerferien die Toiletten erneuert worden sind. „Duschen möchte da keiner, die Anlagen sind einfach nicht mehr zeitgemäß.“

„Für uns ist es nicht nachvollziehbar, warum die Schule nicht ganz oben auf der Prioritätenliste des Schulamtes steht“, sagt Peter Speer, Vorsitzender des Elternbeirates und Förderkreises „Eltern und Freunde der Hermann-Ehlers-Schule Wiesbaden“. „Wurde der Bedarf überhaupt korrekt erfasst?“ Speer erinnert daran, dass die IGS als Inklusionsschule auch ein adäquates Bewegungsangebot für beeinträchtigte Schüler anbieten sollte, als Teilnehmer des Projektes „Gesunde Schule“ sowieso. Das hat der Förderkreis der Stadt und dem Oberbürgermeister mehrfach mitgeteilt. Unter anderem in einer Podiumsdiskussion Mitte September.

In ihrer Antwort an die SPD sprach Scholz von einer Zwei-Felder-Turnhalle. Das Schulamt richtet sich dabei nach den Schülerzahlen. Doch lieber wäre den Erbenheimern die einst geplante Drei-Felder-Halle, die Platz für Angebote des örtlichen Turnvereins lässt. Der besitzt selbst keine Halle, erzählt Vereinsvorsitzender Wolfgang Reinsch, der auch Ortsvorsteher ist. Man nutze aber die Turnhallen der IGS und der Grundschule Justus von Liebig in den späten Nachmittag- und Abendstunden, daneben das Bürgerhaus, einen kleinen Raum im eigenen Vereinsheim und die Handballer müssen nach Bierstadt zum Training. „In den letzten Jahren konnten wir aufgrund der begrenzten Zeiten keine vernünftige Jugendarbeit machen“, sagt Reinsch, der an einer gemeinsamen Lösung für Verein und Schulen sehr interessiert ist. Dazu müsste das Sportdezernat jedoch den Teil der Kosten, der über die Zwei-Felder-Halle hinausgeht, übernehmen.

Elternbeirat Peter Speer hofft, dass sich die Fraktionen in den derzeit laufenden Haushaltsberatungen dafür einsetzen, die Schule im kommenden Haushalt einzuplanen. Tun sie das nicht, will er Unterschriften sammeln.

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