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Tarifstreit und Dienstplan-Probleme: Es knirscht bei Wibus und Eswe Verkehr.
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Tarifstreit und Dienstplan-Probleme: Es knirscht bei Wibus und Eswe Verkehr.

Wibus-Fahrer sind sauer

Tarifabschluss gilt nur für Verdi-Mitglieder / Individuelle Vereinbarung für alle anderen

Von Mirjam Ulrich

Der Ärger um die Bezahlung beim Busunternehmen Wibus geht weiter. In einem Aushang informierte Geschäftsführer Dirk Stein am vorigen Donnerstag, dass die tags zuvor vereinbarte Tariferhöhung zunächst nur für die – wenigen – Verdi-Mitglieder gilt. „Aufgrund der neueren Rechtsgrundlage zur Tarifpluralität im Unternehmen müssen sich die Mitarbeiter künftig entscheiden, nach welchem Tarifvertrag sie bezahlt werden wollen“, heißt es da. „Die Entscheidung treffen Sie durch ihre Gewerkschaftsmitgliedschaft bei Verdi oder durch eine individuelle Vereinbarung, an die Sie dann befristet gebunden sind.“ Für eine Stellungnahme war Stein nicht zu erreichen.

Viele Fahrer wollten aus Protest nicht unterschreiben, sondern erst einmal die Verhandlungen mit der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL) abwarten, schildert der Wibus-Betriebsratsvorsitzende Cemal Zor die Stimmung unter den Mitarbeitern. 70 Prozent von ihnen gehören der GdL an. Diese wird laut ihrem Vize-Bezirksvorsitzenden Michael Krienke ihren Mitgliedern empfehlen, die Vereinbarung zu unterschreiben. „Wir haben das juristisch prüfen lassen, das ist unschädlich“, sagt er. Das Streikrecht sei von der individuellen Vereinbarung nicht betroffen. „Wenn es im kommenden Jahr einen Tarifvertrag mit unserer Gewerkschaft gibt, gilt ohnehin die Günstigkeitsklausel.“

Die Wibus-Tarifkommission der GdL fordert ein künftiges Einstiegsgehalt von 2100 Euro brutto, die Endstufe von monatlich 2500 Euro soll stufenweise nach spätestens acht Jahren erreicht sein. Außerdem will die GdL ein 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und eine Wochenarbeitszeit von 39 Stunden durchsetzen. Derzeit liegt das durchschnittliche Bruttogehalt eines Wibus-Fahrers bei 1500 bis 1900 Euro im Monat. „Ein gutes Drittel von ihnen kommt nur mit staatlichen Zusatzleistungen über die Runden“, weiß der Betriebsratsvorsitzende Cemal Zor.

Zu den wichtigsten Tarifforderungen der GdL zählt zudem, dass Pausen mindestens 30 Minuten dauern und nicht mehr pauschal abgezogen werden sollen. Ferner soll die Mindestschichtdauer sechs Stunden nicht unterschreiten. Derzeit gibt es geteilte Schichten von je vier Stunden, für die Fahrer lohnt es sich jedoch nicht, zwischendurch nach Hause zu fahren.

„Die individuelle Vereinbarung wird uns als Gewerkschaft nicht daran hindern, unsere Forderungen einer sozial gerechtfertigten Bezahlung bei Wibus durchzusetzen“, kündigt Krienke an, „auch gegen den Widerstand des kommunalen Eigentümers.“

Bei Eswe Verkehr scheint es ebenfalls zu knirschen. Die Fahr- und Dienstplankommission des Eswe-Betriebsrates teilte am vorigen Donnerstag per Aushang mit, dass sie den ab 9. Januar – also mit Schulbeginn – geltenden Dienstplan erneut ablehnt. Grund seien die nicht eingehaltenen Parameter. In einem weiteren Aushang informierte die Kommission darüber, dass in jüngster Zeit Eswe-Personal verstärkt Wibus-Dienste zugeteilt bekam. Obwohl dies der Mitbestimmung unterliege, sei es mit dem Eswe-Betriebsrat weder abgestimmt noch von ihm genehmigt worden. Der Betriebsrat lehnt dieses Vorgehen daher ab. Künftig dürften Eswe-Fahrer nur noch im Ausnahmefall und nur nach vorheriger Zustimmung des Betriebsrats Wibus-Dienste übernehmen.

Bei Eswe Verkehr gelten andere Regeln für Pausen, Schichtdauer und Länge der Dienste als bei Wibus. Die ersten Eswe-Busfahrer sind nach Angaben Krienkes bereits der GdL beigetreten .

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