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Wettbewerb um Kletterer

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Von: Christina Franzisket

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Hoch hinaus geht es jetzt auch  an der  Holzstraße.
Hoch hinaus geht es jetzt auch an der Holzstraße. © C. Hartung

In Wiesbaden eröffnen innerhalb von zwei Wochen gleich zwei neue Hallen: "Kletterhalle Wiesbaden" und "Wiesbadener Nordwand" locken die Fans der Trendsportart.

Eine gute Idee hat selten nur einer. Deshalb eröffnen in diesen Tagen gleich zwei Kletterhallen in Wiesbaden.

Bis jetzt hatte die Stadt nur einen Außenklettergarten auf dem Neroberg zu bieten, doch seit dem vergangenen Samstag, 10. März, können Fans des Trendsports in der „Kletterhalle Wiesbaden“, Holzstraße 11, in den Seilen hängen und ab Samstag, 17. März , in der Hagenauerstraße 49 die „Wiesbadener Nordwand“ erklimmen (die FR berichtete). Beide Hallen hatten sich ein Monopol in der Stadt erhofft und müssen nun mit guten Ideen um das Interesse der Kletterfreunde buhlen.

„Die Hallen sind eine Bestätigung des Trends “, sagt der Geschäftsführer der Wiesbadener Kletterhalle, Michael Gawol. Doch trotz der angeblich großen Nachfrage sind Gawol und Kollegen nicht glücklich über die Konkurrenz: „Bei der Planung wussten wir noch nichts von der Nordwand.“

Vom Bedarf einer Kletterhalle in der Landeshauptstadt habe er im Sportpark Kelkheim erfahren: „Viele der Kletterkunden dort kamen aus Wiesbaden“, sagt Gawol. Der Pressesprecher der Sektion Wiesbaden des Deutschen Alpenvereins (DAV), Jörg Lantzsch, bestätigt das: „Es gibt hier viele Kletterer. Bis jetzt mussten wir in die Hallen nach Frankfurt, Mainz, oder Kelkheim fahren“, sagt er.

Treibende Kraft zur Umsetzung waren letztendlich Gawols Sohn Tobias (25) und dessen Freund Sascha Weiss (25). Beide jobbten im Sportpark im Taunus und ermutigten Vater Gawol, die Brüder Gunther und Thomas Habermann sowie Bernd Bergmann mit Sohn Norman die gemeinsame Erfahrung zur Gründung einer Kletterhalle zu nutzen.

„Das Schwierigste war, geeignete Räume zu finden“, sagt Gawol. Schließlich mieteten sie die alte Tennishalle in der Holzstraße. Nur fünf Monate später eröffneten sie. Auf 1000 Quadratmeter kann geklettert werden, Equipment ausgeliehen und gekauft werden. Professionelle Trainer des DAV stehen für Gruppen- und Einzeltrainings zur Verfügung. Aus der neu gemachten Gaststätte können Besucher die Kletterer beobachten.

Im Vergleich zur „Nordwand“ ist die Kletterhalle eher einfach gehalten. Ohne viel Tamtam ist sie ein Ort zur Sportausübung. Auch Homepage und Werbung machen einen einfachen Eindruck, à la Sportverein eben.

Die „Nordwand“ hingegen kommt auf 2500 Quadratmetern mit Indoor-Hochseilgarten auch als Event-Location daher. Die Homepage ist professionell gestaltet und auf der Facebookseite hat die Halle schon vor der Eröffnung 1035 Freunde.

Es ist spürbar, dass die Betreiber der Nordwand sich einen „Traum“ erfüllt haben und die Geschäftsführung der Kletterhalle Wiesbaden ein sportliches Angebot schaffen will. „Wir sind nicht existenziell vom Erfolg der Halle abhängig“, sagt Gawol, der hauptberuflich Ingenieur ist, „ ich bin sicher wir werden trotz Konkurrenz unsere Kunden haben.“ Der DAV kooperiert mit der Kletterhalle Wiesbaden, die habe den Kontakt gesucht: „Wer zuerst kommt, malt zuerst“, so Lantzsch. Gemeinsam schaffen sie besondere Angebote für Kinder und Jugendliche.

Der Alpenverein zieht demnächst aus seiner Geschäftsstelle in der Panoramastraße in die Räume neben der Kletterhalle: „Da haben wir mehr Platz und es ist gut für die Kooperation“, sagt Lantzsch.

Besondere Bonbons, um Kletterfreunde anzulocken, hat sich Gawol schon überlegt. Es soll eine Kletter-Single-Börse geben: „Da immer zu zweit geklettert werden muss – einer sichert, einer klettert – bieten wir für Personen ohne Partner einen Single-Tag an“, so Gawol und verspricht: „Es wird außerdem ein Abo geben, mit dem man die Hallen in Wiesbaden und Kelkheim nutzen kann.“

Informationen über das Angebot:Kletterhalle Wiesbaden unter www.kletterhalle-wiesbaden.deWiesbadener Nordwand unterwww.wiesbadener-nordwand.de

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