1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Wenn die Äste brechen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Ein Pilz aus dem Mittelmeerraum schädigt die Wiesbadener Platanen. Damit durch herabfallende Äste keine Passanten zu Schaden kommen, verstärkt die Stadt jetzt die Kontrollen.

Immer wieder sterben dickere Äste von Platanen ab, brechen und fallen zu Boden. Noch ist dadurch in Wiesbaden niemand zu Schaden gekommen, sagt Umweltdezernentin Rita Thies (Grüne). Und damit es dabei bleibt, will sie die Baumkontrollen per Hubsteiger verstärken und morsche Äste rechtzeitig beseitigen lassen. In einer Magistratsvorlage beziffert Thies die Kosten auf rund 150.000 Euro.

Ein Pilz aus dem Mittelmeerraum, die sogenannte Massaria-Krankheit, beschert laut Thies auch anderen Städten mehr Arbeit. Seit sieben Jahren werde eine verstärkte Totholzbildung in den Platanen festgestellt. Das Grünflächenamt habe 2003 Bereiche der Hafenstraße sperren müssen, da hier etliche tote Äste abgebrochen waren. Damals sei die Ursache noch unbekannt gewesen. Der Schlauchpilz hat es auf Platanen abgesehen. Ausgerechnet diese Baumart dominiert an Wiesbadens Straßen und Alleen mit rund 4000 Exemplaren. Das Tückische an dem Parasiten: Er ist von unten nicht sichtbar, sondern sitzt auf der Astoberseite. Also müssen Baumkontrolleure zu den Kronen hinauf, um sie zu prüfen. Und das wiederum ist aufwendiger und dauert länger als Sichtkontrollen vom Boden aus.

Laut Thies sind vor allem ältere Platanen über 50 Jahre betroffen. Die Krankheit lässt Äste schneller absterben, und nach dem Entfernen eines befallenen Astes könne es kurz danach schon wieder zu einer Re-Infektion kommen. In zwei Jahren will das Grünflächenamt einen Erfahrungsbericht vorlegen. (byb)

Auch interessant

Kommentare