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Die erste Lieferzone ist in der Moritzstraße eingerichtet worden, weitere Zonen folgen bald. Monika Müller
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Die erste Lieferzone ist in der Moritzstraße eingerichtet worden, weitere Zonen folgen bald. Monika Müller

Wiesbaden

Weniger Staus dank smarter Lieferzonen

Immer mehr Transporter und Lieferfahrzeuge sind auf Wiesbadens Straßen unterwegs. Die Stadt will deshalb den Verkehr neu ordnen.

Der Onlinehandel wächst seit Jahren – und mit ihm wachsen in den Städten die Verkehrsprobleme. Für die steigende Zahl von Lieferfahrzeugen fehlen Flächen zum Halten und Entladen. Die Folgen sind bekannt: zugeparkte Geh- und Radwege und Staus, weil in zweiter Reihe gehalten wird. Wiesbaden will deshalb den Lieferverkehr neu ordnen und hat einige Vorhaben angestoßen. Das jüngste fällt schon wegen der Farbe auf.

In der Moritzstraße, mitten in der Innenstadt, sind petrolfarbene Markierungen und Piktogramme aufgebracht worden. Sie zeigen an: Hier dürfen Lieferfahrzeuge halten. Demnächst sollen diese Zonen intelligent werden. Das heißt, sie werden mit Sensoren ausgestattet, die Haltevorgänge erfassen und Daten zu Anzahl, Zeitpunkt, Fahrzeugtyp oder Dauer des Stopps liefern. Die Daten sind Vorbereitung und Voraussetzung für eine mögliche appgesteuerte Zugangskontrolle in Phase II, heißt es aus dem Verkehrsdezernat. Weitere Lieferzonen sollen in Seitenstraßen entlang des ersten Rings und in der Saalgasse folgen. Nachts stehen sie als Parkflächen zur Verfügung.

Der Lieferverkehr macht in der Wiesbadener Innenstadt etwa ein Drittel des Gesamtverkehrs aus; der von Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP) verursachte Verkehr rund fünf Prozent. Er weist die höchsten Wachstumsraten auf.

Wissenschaftler der Hochschule Rhein-Main und der Frankfurter Fachhochschule haben 2019 die Wirtschaftsverkehre in der Landeshauptstadt untersucht und die allgemeine Wahrnehmung, dass viele Lieferfahrzeuge nicht ordnungsgemäß halten, mit Zahlen untermauert. Demnach parkten nur 30 Prozent der erfassten Fahrzeuge auf den dafür vorgesehenen Flächen.

Prognosen zufolge wird die Zahl der Sendungen, die in Wiesbaden von Kurier-, Express- und Paketdiensten geliefert werden, stark zunehmen: von etwa 45 000 im Jahr 2018 auf rund 71 000 im Jahr 2030. Das entspräche einem Plus von 60 Prozent. Aber schon heute sind die Raumkapazitäten vor allem in den eng bebauten und dicht besiedelten Arealen wie dem historischen Fünfeck, dem Westend, dem Rheingauviertel oder den Zentren der Stadtteile Biebrich und Bierstadt erschöpft. Hingegen könne in Industriegebieten mit breiten Straßen oder in neueren Wohngebieten Lieferverkehr in großem Umfang abgewickelt werden, sagt ein Dezernatssprecher.

Der Wirtschaftsverkehr erfüllt wichtige Funktionen der Ver- und Entsorgung von Privathaushalten, Geschäften, Apotheken oder Gastronomiebetrieben und ist zuletzt noch aus einem anderen Grund ins Blickfeld geraten: In mehreren Städten wurden zu hohe Stickoxidwerte gemessen. Wiesbaden droht deshalb ein Dieselfahrverbot.

In den kommenden Monaten sollen noch weitere Vorhaben auf dem Weg zu einem umweltfreundlichen und stadtverträglichen Lieferverkehr umgesetzt werden. Auf dem Elsässer Platz zum Beispiel ist geplant, einen Umladepunkt, Mikro-Hub genannt, einzurichten. Dort werden Sendungen auf Cargo-Bikes verteilt, die sie dann emissionsfrei zum Adressaten in die Innenstadt bringen. Zudem wird demnächst mit Hilfe der neuen digitalen Verkehrsüberwachung der Lieferverkehr an den Einfallstraßen erfasst.

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