Wiesbaden

Wenige Kontrollen auf Baustellen

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Die Gewerkschaft IG BAU warnt vor steigendem Unfallrisiko auf Baustellen, weil in den Aufsichtsbehörden Personal gespart wird.

Die Gewerkschaft IG Bauen – Agrar – Umwelt kritisiert in einer Mitteilung, dass auf Baustellen in Wiesbaden nur selten kontrolliert wird, ob Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden.

In Hessen stünden 166 000 Betrieben 234 Arbeitsinspekteure bei der Gewerbeaufsicht gegenüber. Das gehe aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. „Firmen müssen praktisch nur alle paar Jahre mit einer Kontrolle rechnen – wenn überhaupt. Allein in Wiesbaden haben wir mehr als 8200 Betriebe“, sagt IG BAU-Bezirksvorsitzender Karl-Heinz Michel.

Angesichts dieser Zahlen überrasche es kaum, wenn es mancher mit der Arbeitssicherheit nicht so genau nehme. Doch gerade auf dem Bau könne das fatale Folgen haben. Nach Angaben der Gesetzlichen Unfallversicherung kam es auf hessischen Baustellen im vergangenen Jahr zu 7589 Arbeitsunfällen – fünf von ihnen endeten tödlich.

Mit dem aktuellen Bau-Boom könne das Unfallrisiko sogar steigen, warnt die IG BAU Wiesbaden-Limburg. „Volle Auftragsbücher und das Arbeiten unter Zeitdruck führen allzu oft dazu, dass auf Schutzmaßnahmen verzichtet wird“, sagt Michel. Immer wieder beobachte er, wie Bauarbeiter ungesichert auf Gerüsten balancierten. Der Arbeitgeber sei dazu verpflichtet, für den Schutz seiner Beschäftigten zu sorgen. „Tut er das nicht, macht er sich strafbar“, sagt Michel.

Allerdings hielten sich viele Baufirmen nur dann an das Gesetz, wenn sie mit Konsequenzen rechnen müssten. Und die Zahl staatlicher Kontrollen geht nach Angaben der Bundesregierung seit Jahren zurück. Die IG BAU fordert, das Personal der Aufsichtsbehörden massiv aufzustocken.

Bei der Berufsgenossenschaft Bau können sich Beschäftigte selbst melden, wenn es brenzlig wird: Notruf-Hotline 08 00 / 8 02 01 00. Die Anrufer bleiben anonym. 

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