Wiesbaden

Wenig Kultur für Junge

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Eine Umfrage offenbart große Unterschiede bei der Bewertung des Kulturangebots. Während sich Jüngere eine größere Vielfalt wünschen, sind hochgebildete Personen mittleren und hohen Alters eher mit dem Kulturangebot ihrer Stadt zufrieden.

Das Institut für Soziologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat Ergebnisse einer Befragung der Wiesbadener Bevölkerung zum Thema „Freizeit und Kultur“ veröffentlicht.

Das Ergebnis: Das Kulturangebot in der Stadt bewerteten die Bürger unterschiedlich gut. Für etwa 40 Prozent der Befragten traf die Aussage zu, dass das Kulturangebot in Wiesbaden vielfältig und umfangreich ist, 15 Prozent hingegen lehnten diese Aussage eher oder völlig ab, berichtet die Stadtverwaltung. Vor allem hätten sich soziale Unterschiede gezeigt: Jüngere Befragte wünschten sich mehr Vielfalt, während hochgebildete Personen mittleren und hohen Alters eher mit der Vielfalt und dem Umfang des Kulturangebots ihrer Stadt zufrieden waren.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten (87 Prozent) war mindestens einmal innerhalb der vergangenen zwölf Monate bei einer kulturellen Veranstaltung innerhalb oder außerhalb von Wiesbaden zu Besuch. Die Bandbreite der abgefragten Kultureinrichtungen und -angebote der Stadt reichte von Museen und Theatern bis zu Kinos und Lesungen.

Am häufigsten waren die Wiesbadener laut Umfrage in Kinos (64 Prozent), in Ausstellungen und Veranstaltungen der Museen (59 Prozent) sowie bei Tanz-, Schauspiel- und Musiktheaterveranstaltungen (57 Prozent) anzutreffen.

Sie nutzen aber nicht nur das Kulturangebot in der Stadt. In Mainz und Frankfurt besuchten die Befragten vor allem Kinos und Rock-, Pop- und Jazz-Konzerte, aber auch Museen und Ausstellungen.

Bei den Gründen für den Besuch einer Kulturveranstaltung waren sich die Befragten tendenziell einig: Etwa zwei Drittel erwarten von ihrem Kulturbesuch, dass sie ihren Alltag hinter sich lassen können. Nur etwas weniger (59 Prozent) möchten sich mit einem Kulturbesuch bilden. Nachrangig für den Besuch sind hingegen gesellschaftskritische und handlungsanregende Inhalte und Botschaften durch Kulturveranstaltungen.

Befragt wurden mehr als 1200 nach einem repräsentativen Zufallsverfahren ausgewählte Bürgerinnen und Bürger. Die Daten sollen unter anderem der Kulturentwicklungsplanung dienen.

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