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Wasser läuft in Gema-Keller

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Von: Ute Fiedler

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Erst nach vielen Stunden war das Leck gefunden.
Erst nach vielen Stunden war das Leck gefunden. © C. Franzisket

Ein Rohrbruch in der Washington-Straße verursacht mindestens 100 000 Euro Schaden.

Etwa 600 Kubikmeter Wasser sind gestern aus einer Hauptversorgungsleitung in der Washingtonstraße in Nähe der Californiastraße ausgetreten. Die Wassermassen drangen in mehrere Keller anliegender Gebäude sowie die Tiefgarage und in den Keller der Gema, die ihren Sitz in der Abraham-Lincoln-Straße hat.

Auch in das Gebäude eines US-Kindergartens bahnte sich das Wasser seinen Weg. Nach ersten Schätzungen der Feuerwehr verursachte der Wasserrohrbruch einen Schaden von etwa 100 000 Euro. Denn ob beispielsweise bauliche Substanz im Gebäude der Gema betroffen ist, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.

Gegen 4.45 Uhr hatte die US-Feuerwehr die Kollegen der Wiesbadener Berufsfeuerwehr zu Hilfe gerufen. Gut drei Stunden arbeiteten rund 50 Einsatzkräfte fieberhaft daran, das Wasser aus den betroffenen Gebäuden zu pumpen. Währenddessen sorgten Mitarbeiter der Eswe Versorgung dafür, dass die Wasserzufuhr abgestellt wurde, sodass mehrere Anwohner der Washington-Straße auf die Dusche am Morgen verzichten mussten. Die etwa 50 Häuser würden noch bis Mitternacht von der Wasserversorgung abgeschnitten bleiben, hieß es bei Redaktionsschluss. Nach Angaben von Petra Stoiber, Pressesprecherin der Eswe Versorgung, hatte die Eswe eine Notversorgungsstelle eingerichtet, an der sich Anwohner Wasser holen konnten.

Sechs Meter langer Riss entdeckt

Das Loch in der Leitung, die einen inneren Durchmesser von 250 Millimetern hat, wurde erst nach mehreren Stunden harter Arbeit gefunden. Und erst, nachdem der Wassersuchwagen der Eswe unterwegs gewesen war. Der Wagen, der mit Sensoren ausgerüstet ist, kann Geräusche wahrnehmen, so erklärt es Petra Stoiber. „An der Stelle, an der das Wasser aus dem Rohr austritt, entsteht eine Art Pfeifton. Dieser wird von den Sensoren aufgenommen und gemeldet.“

Durch den Suchwagen wurde schließlich festgestellt, dass der Schaden nicht wie gedacht vor dem US-Kindergarten, in dem am gestrigen Donnerstag niemand war, aufgetreten war – und dass es sich bei dem erwarteten Schaden keinesfalls um ein kleines Loch handelte, das man schnell ausbessern konnte. „Die Arbeiter haben schließlich einen sechs Meter langen Riss entdeckt“, sagte Stoiber. Dieser könne nur durch Erdbewegungen entstanden sein, so wie es in Hanglagen oft der Fall sei.

Zwischenzeitlich war auch unklar, ob die Wassermassen nicht auch die Straßen unterspült hatten. Doch die Befürchtungen konnten gegen kurz nach 14 Uhr zerstreut werden. „Die Straßen sind in Ordnung. Da hatten wir noch einmal Glück im Unglück“, sagte Stoiber. Das hatte auch die Gema, wie ein Sprecher mitteilte. „Wir hatten Glück, uns wurde nicht der Strom abgestellt, sodass wir weiterarbeiten konnten“, sagte er. Und auch das Chaos im Keller hätte weit größer sein können. „Lediglich die untere Reihe unseres Aktenarchivs ist beschädigt worden. Wie hoch der Schaden insgesamt ist, wissen wir nicht.“ Man werde abwarten müssen, wie das Urteil der Sachverständigen ausfalle, sagte er.

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