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GEW warnt vor Sozialabbau

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Von: Arne Löffel

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Der Kämmerei-Entwurf des Haushalts sieht Streichung von Stellen in der Schulsozialarbeit vor. Das empört die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Acht Stellen in der Schulsozialarbeit haben es nicht in den Haushalt geschafft, den die Kämmerei in Abstimmung mit den Dezernaten entwickelt hat. Das bringt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf die Barrikaden. In einer Pressemitteilung betonen die Pädagoginnen und Pädagogen, dass es zwar noch nicht hundertprozentig sicher sei, dass tatsächlich acht Stellen in der Schulsozialarbeit gestrichen würden, aber allein das Signal sei „verheerend“.

Besonders hart treffe der drohende Stellenabbau drei Bereiche des schulischen Lebens in Wiesbaden: An erster Stelle nennt die GEW die Gesamtschulen, weil dort die Gemeinschaft elementarer Bestandteil des pädagogischen Konzepts sei. Daher seien besonders Gesamtschulen auf die integrative Funktion der Schulsozialarbeit angewiesen.

Herausforderung Flüchtlinge

An zweiter Stelle steht für die GEW der nicht abreißende Flüchtlingsstrom und die damit auf die Schulen zukommende Herausforderung der Integration mehr oder minder schwer traumatisierter Flüchtlinge. „Dies wird die Schullandschaft im Ganzen vor einige Kraftanstrengungen stellen“, so die GEW. Diese Vorbereitungen und erste Umsetzungen mit Stellenkürzungen zu torpedieren, sei als unverantwortlich zu werten.

An dritter Stelle kommt für die GEW die Inklusion, deren Ausbau sich von Rose-Lore Scholz (CDU) geführte Schuldezernat auf die Fahnen geschrieben habe. „Wer so massiv an einem wesentlichen Standbein schulischer Inklusionsarbeit sägt, sollte offen bekennen, dass das Vorzeigeprojekt gescheitert ist“, schreibt die GEW.

Die Schulsozialarbeit ist laut GEW keine freiwillige Leistung von Kommunen, „die nach Belieben gekürzt werden kann, wie es in eine Haushaltslogik passt.“ Es sei eine Pflichtaufgabe nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz, betont die GEW. Wer die Inklusionsarbeit derart gefährdet, müsse erklären, wie er sich deren Ausgestaltung vorstellt.

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