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Wiesbaden

Vorbereitungen für Neubau laufen

  • Ute Fiedler
    vonUte Fiedler
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Das St. Josefshospital zieht eine positive Jahresbilanz. Die Kritik an den HSK beschert dem Josefshospital einen Patientenzuwachs. Insgesamt arbeiten derzeit in dem etwa 500 Betten zählenden Haus 1272 Mitarbeiter.

Der RTL-Bericht des Journalisten Günter Wallraff hat auch am Wiesbadener St. Josefshospital (Joho) für Wirbel gesorgt. Seit der Ausstrahlung vor etwa zwei Wochen sind die Patientenzahlen in der dortigen Notaufnahme sprunghaft angestiegen, wie der Vorsitzende Geschäftsführer des Johos, Martin Bosch, gestern während einer Pressekonferenz erläuterte.

Bosch und Geschäftsführer-Kollege, Thomas Reckmeyer, führen den Anstieg eindeutig auf die negative Berichterstattung über die Helios Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) zurück, die jedoch auch „ein Schlag ins Gesicht aller anderen Kliniken“ gewesen sei. Reckmeyer und Bosch springen der HSK-Geschäftsführung unterstützend zur Seite: „Auch bei uns kann es zu längeren Wartezeiten in der Notaufnahme kommen. Auch bei uns kann es an bestimmten Tagen kritische Situationen geben, beispielsweise wenn mehrere Notfälle auf einmal gebracht werden“, sagt Reckmeyer. Und Bosch fügt hinzu: „Wenn Sie ein Haar in der Suppe finden wollen, dann finden Sie es auch“.

Bosch berichtet auch, dass seit der Berichterstattung immer mehr schwangere Frauen im Joho entbinden wollen. „Da wir keine Kinderklinik haben, müssen wir die Frauen in Risikofällen an die HSK verweisen.“ In den vergangenen Jahren habe das Joho immer mal wieder einen stärkeren Anstieg an Patientenzahlen beobachtet – vor allem dann, wenn die HSK in der Kritik standen. „Aber das ebbt erfahrungsgemäß nach ein paar Wochen wieder ab.“

Personal verstärkt

Zur Personalausstattung an den HSK sowie den hygienischen Zuständen wollen sich die beiden Geschäftsführer nicht äußern. „Das können wir auch gar nicht“, sagt Reckmeyer. Er verweist darauf, dass das Joho in den vergangenen zwei Jahren das Personal insbesondere in der Notaufnahme verstärkt habe – von unter 20 Mitarbeitern auf jetzt 25, die in drei Schichten arbeiten. „2016 wollen wir weiter aufstocken.“

Damit reagiert die Klinik auf die stark gestiegenen Patientenzahlen in den Notaufnahmen. Kamen im Jahr 2013 noch 33 500, waren es im vergangenen Jahr bereits 36 000 Patienten, die sich abends und am Wochenende medizinisch versorgen lassen wollten. Nicht alle gelten als Notfall. Den Anstieg erklärt Bosch mit einem geänderten Lebensstil. „Während der Woche arbeitet man, da denkt man nicht so über Schmerzen nach. Am Wochenende hat man mehr Zeit und dann erscheint der Schmerz auf einmal als gravierend.“

Insgesamt arbeiten derzeit in dem etwa 500 Betten zählenden Haus 1272 Mitarbeiter. 30 Arbeitsplätze seien im vergangenen Jahr geschaffen worden, erläutert Bosch. 1000 Patienten mehr als 2014, insgesamt 24 280, hätten versorgt werden können. Ein vorläufiger Jahresüberschuss von etwa einer Million Euro sei erwirtschaftet worden. „Das vergangene Jahr war zufriedenstellend – ohne Spitzenleistungen und Rekorde“, resümiert Bosch. Und dennoch war das Jahr 2015 besonders.

130 Millionen Euro

Ende des Jahres ging es los mit den Arbeiten am Joho-Bauprojekt „Generalsanierung und Entwicklung Gesundheitscampus Joho und Medicum“. 130 Millionen Euro werden investiert, 55 Millionen stammen aus einem Kredit, 20 Millionen Euro gewährt das Land als Darlehen, 55 Millionen Euro werden aus Eigenmitteln erbracht. Bis zum Jahr 2022 soll das in die Jahre gekommene Bettenhaus erneuert werden. Es stammt aus den 1960er Jahren und entspricht nicht mehr ganz dem heutigen Standard, bietet zu wenig Platz auf den Fluren, zu wenig Zimmer für das Krankenhauspersonal.

Das Vorhaben gleicht einer Operation am offenen Herzen. Im laufenden Betrieb – Bosch: „Wir können ja mal nicht ebenso das Krankenhaus zwei Jahre lang schließen“ – wird abgerissen und neu gebaut. Bereits Ende 2015 waren Bettenmodule, sprich komplett ausgestattete Patientenzimmer, auf den Funktionstrakt gesetzt worden. Dort sollen Patienten übergangsweise untergebracht werden, bis der Neubau steht.

Bosch und Reckmeyer blicken dem Vorhaben gespannt entgegen. „Wir sind sicher, dass wir den Umbau gut meistern“, sagt Reckmeyer. Schließlich habe es in den vergangenen Jahren immer wieder Arbeiten am Haus gegeben. Stehe der Neubau, dann sei das Joho für die nächsten Jahrzehnte gut gerüstet.

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