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Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kommt zur Eröffnung der Maifestspiele ins Staatstheater.

Wiesbaden

Volker Bouffier ist wieder da

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Ministerpräsident wirbt für ehrenamtliches Engagement und für den Flughafenausbau.

Deutlich schmaler ist er geworden, der Ministerpräsident. Ansonsten aber wirkt er ganz wie der alte Volker Bouffier, der sich vor zwei Monaten aus dem politischen Geschäft zurückziehen musste – besonders, wenn seine tiefe Stimme wie am Donnerstag durch den Büchner-Saal der Staatskanzlei dröhnt.

Der 67-jährige CDU-Politiker hat die Behandlung seiner Hautkrebserkrankung und seine Reha in Süddeutschland abgeschlossen und ist wieder im Dienst. Bouffier konnte von der neuartigen Partikeltherapie profitieren, deren Einführung die Regierung seines Vorgängers Roland Koch (CDU) zur Bedingung für die Privatisierung der Uniklinik Gießen-Marburg 2006 gemacht hatte.

Am Dienstag tagte Bouffier wieder mit der CDU-Landtagsfraktion und eröffnete abends die Internationalen Maifestspiele im Wiesbadener Schauspielhaus, am Donnerstag ehrte er drei Weggefährten mit dem Hessischen Verdienstorden. Dabei strich der Ministerpräsident heraus, was ihm besonders am Herzen liegt: das ehrenamtliche Engagement in der Kommunalpolitik, für Vereine, Sport, Kultur oder Kirchen.

Gegen „ewige Protestierer“

„Es gäbe viel Anlass in diesem Land, sich zu engagieren – nicht im Sinne der Gelbwesten und der ewigen Protestierer“, schränkte Bouffier ein. Dabei hob er die Tätigkeit ehrenamtlicher Politiker in Gemeinde-, Stadt- und Kreisparlamenten hervor. Sie verfolgten nicht nur Einzelinteressen, sondern versuchten, „aus einer Vielzahl von Interessen etwas Gemeinschaftliches zu machen“.

Mit Sorge beobachtet Bouffier, dass „die Halteseile“ sich lockerten, „die uns national und international über viele Jahrzehnte gehalten“ hätten. In dieser Situation lasse sich Gesellschaft nur zusammenhalten, „wenn Menschen mitmachen, die die Begabung haben, andere Menschen zu bewegen, dass sie auch mitmachen“.

Bouffier verlieh den Hessischen Verdienstorden an die ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete Brigitte Kölsch, den früheren Wirtschafts-Staatssekretär Herbert Hirschler (FDP) und den oberhessischen Heimatforscher Heinz-Lothar Worm, der für die CDU in der Kommunalpolitik tätig ist. Bei allen Preisträgern könne er das Ausmaß des ehrenamtlichen Engagements aus „eigener persönlicher Anschauung“ bewerten, berichtete Bouffier.

Zwei Tage zuvor hatte der Ministerpräsident bei einer Sitzung der CDU-Landtagsfraktion in Wetzlar ein politisches Credo abgegeben. Bouffier bezeichnete die Grundsteinlegung für Terminal 3 am Frankfurter Flughafen als „seit Jahren wichtigste Entscheidung für unser Land“. 

Ohne den Flughafen wäre die hessische Wirtschaft nicht so stark, gäbe es viele Arbeitsplätze nicht und könne das Land „vieles nicht leisten“, was es leiste, erläuterte er. In ihrer Unterstützung für den Flughafen hielten die Christdemokraten seit 20 Jahren ihren Kurs.

Erkrankt

Am 25. Februar 2019 teilte die Hessische Staatskanzlei mit, dass sich Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nach einer Hautkrebsdiagnose ambulant behandeln lassen müsse. Demnach wurde der Hautkrebs bei einer Gewebeuntersuchung festgestellt, nachdem sich Bouffier aufgrund eines „unklaren Nasenbefunds“ einem Eingriff unterzogen hatte. Die Strahlentherapie habe bereits begonnen, ließ die Staatskanzlei seinerzeit wissen. Bouffier werde keine Amtspause einlegen. (pit) 

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