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Viele rote Früchtchen

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Lecker: Kirschen aus Frauenstein.
Lecker: Kirschen aus Frauenstein. © dpa

Die Frauensteiner Obstbauern rechnen 2010 mit einer prima Kirschenernte. Die ersten Verkaufsstände stehen schon an der Straße. Von Ralf Munser

Von Ralf Munser

Nach einer "bombigen Kirschblüte" im Frühjahr, die mit insgesamt zwölf Tagen doppelt so lang war wie im vergangenen Jahr, rechnen die Frauensteiner Kirschbauern mit einer guten Ernte. "Wir sind mit dem Behang zufrieden", sagt der stellvertretende Ortslandwirt Florian Schneider. Und Klaus Unkelbach, stellvertretender Vorsitzender der Kirschenanbau-Gemeinschaft, geht noch weiter: "Die Ernte wird besser als im vergangenen Jahr." Frauenstein habe den Standortvorteil, dass viele Bäume an Hängen stünden. In Tallagen halte sich länger die kalte Luft, dies sei ungünstig.

Die Ernte der Frühkirschen ist mittlerweile abgeschlossen. Zurzeit werden mittelfrühe Sorten wie Giorgia, Samba und Satin geernet. Ab nächste Woche werden die späten Sorten gepflückt. Die Preise liegen bei vier Euro pro Kilo bei den günstigen Kirschen wie Hedelfinger und gehen bis zu 4,80 Euro pro Kilo bei den neuen, großen Sorten wie Regina und Sweethart. Die neue Sorten würden zunehmend die traditionellen verdrängen, so Schneider.

Ein Grund dafür: Die Bäume der alten Sorten bräuchten erheblich mehr Platz und seien durch ihre größere Höhe schwerer zu ernten. Zudem bringe ein kleinerer Baum bereits nach fünf Jahren Ertrag, ein großer erst nach zehn bis 15 Jahren. Auch seien die neuen Sorten weniger empfindlich. So hätten im vergangenen Jahr schwere Unwetter bei einer Sorte zu bis zu 75 Prozent Ausfall geführt, so Schneider. Das viele Wasser auf einmal lasse die empfindlichen Kirschen anschwellen bis die Haut reiße, so Unkelbach. In diesem Jahr sei das Wetter ideal. "Ist der Mai kühl und nass, füllt des Bauern Scheun und Fass", laute ein Sprichwort, das stimme. Vier bis fünf Wochen dauere die Kirschenernte noch.

Die Unkelbachs vermarkten die Früchte ihrer Kirschbäume selbst - wie die meisten Frauensteiner Obstbauern: Im Hofladen, am Markt in Wiesbaden oder an Ständen am Ortseingang werden die roten süßen Früchte erntefrisch feilgeboten. Die Käufer kommen aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet. Frauenstein ist eines der größten Anbaugebiete in Hessen.

Geerntet wird das Obst von polnischen Pflückern, die nach Stunde oder Menge bezahlt werden. Im Schnitte gebe es fünf Euro pro Stunde, so Unkelbach. "Wir sind darauf angewiesen, dass sie uns helfen." Nicht gut zu sprechen ist Unkelbach auf vermittelte Hartz-IV-Bezieher - unzuverlässig, kaum belastbar, schecht fürs Team, so die Obstbauern.

Der Schwund durch Diebstahl sei in diesem Jahr nicht so schlimm wie in den vergangenen Jahren. Das liege wahrscheinlich an den verstärkten Kontrollen.

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