Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wald

Verwoben mit den Bäumen

Während die Hölzer Höchstpreise erzielen, arbeiten die Förster gegen das Waldsterben.

Von Gesa Fritz

Gesund ist etwas anderes. Etwa 30 Prozent der Bäume im Wald rund um Wiesbaden sind krank. Ralf Bördner, seines Zeichens Leiter des Forstamtes Wiesbaden-Chausseehaus, bezeichnet deren Zustand gar als „besorgniserregend“. Nur weil der Wald und seine Gesundheit aus den Schlagzeilen und dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden sei, gehe es ihm noch lange nicht gut, sagt er. Da ist es auch kaum ein Trost, dass der Baumbestand rund um Wiesbaden nicht allein vor sich hin kränkelt – den anderen Wäldern in Deutschland geht es kaum besser.

Doch nach Bördners Meinung sollten die Bürger der Landeshauptstadt eigentlich ein besonderes Bewusstsein für ihre Wälder haben. „Keine größere Stadt im Rhein-Main-Gebiet ist so eng mit dem Wald verwoben wie Wiesbaden“, sagt der Mann von Hessen-Forst. Sein Forstamt ist für die Hege von rund 150000 Hektar Wald rund um die Landeshauptstadt zuständig.

Zusätzlich leistet sich Wiesbaden einen eigenen Stadtwald mit weiteren rund 4000 Hektar und eigenen Förstern. „So können wir unmittelbar bestimmen, wo Grillhütten oder Aussichtstürme stehen“, sagt Sabine Rippelbeck, Leiterin der Abteilung Forsten und Landwirtschaft der Stadt. Finanziell sei die Pflege des „Erholungswaldes“, wie sie ihn nennt, für die Stadt ein Nullsummenspiel. Rund eine Million Einnahmen ständen Ausgaben in etwa gleicher Höhe gegenüber.

Die Preise für die Hölzer explodieren derzeit wieder einmal – vor allem die der Edellaubhölzer Esche, Kirsche, Ahorn und Esskastanie. Rippelbeck. „Mit dem Holz, das verkauft wird, könnten mehrere Fußballplätze gefüllt werden“. Bei der jüngsten Versteigerung erbrachte etwa eine Esskastanie 852 Euro pro Festmeter, die Preise für Esche lagen bei 260 Euro und für Kirsche bei 330 Euro pro Festmeter. Aber in Zeiten steigender Öl- und Gaspreise erfreue sich auch das minderwertige Brennholz immer größerer Beliebtheit, sagt Sabine Rippelbeck.

Dominiert wird der Baumbestand rund um Wiesbaden aber von der Buche. Ihr Anteil an dem Mischwald liege bei rund 60 Prozent, sagt Bördner. Sorgen jedoch bereitet ihm die Bewirtschaftung anderer Baumarten wie Eiche, Ahorn oder Kiefer, die nur schwer dem starken Konkurrenzdruck der Buche Stand halten können.

Spitzenreiter ist die Buche

Die Vielfalt der Arten zu fördern, ist eines seiner Mittel im Kampf gegen das Baumsterben. Nur die vitalsten der Jungbäume stehen zu lassen und ihnen auf einem gekalkten Boden ideale Wachstumsbedingungen zu bieten, ein anderes. „Aber eigentlich laborieren wir nur an den Symptomen herum“. Schuld am schlechten Zustand der Bäume sei die Luftverschmutzung. Und gegen diese fühlt der Förster sich machtlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare