Abfahrt Kostheim gesperrt, alle ab nach Kastel.
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Abfahrt Kostheim gesperrt, alle ab nach Kastel.

Verkehrschaos droht weitere drei Tage

Straßenbaustelle am hessischen Ende der Heuss-Brücke legt Mainzer Innenstadt lahm

Von Claudia Renner

Dauerstau in der Mainzer Innenstadt: Unzählige Pendler kamen gestern am Morgen zu spät zur Arbeit, in den Bussen hingen Fahrgäste bis zu anderthalb Stunden fest. Ursache für das Verkehrschaos ist eine Baustelle am hessischen Ende der Theodor-Heuss-Brücke. Der Rückstau legte den Mainzer Innenstadtverkehr für Stunden lahm. Und das wird wohl noch drei Tage so bleiben.

Die Abfahrt Kostheim von der Heuss-Brücke ist gesperrt, deshalb steht am ohnehin schon engen Kasteler Hochkreisel eine Fahrspur weniger zur Verfügung – Folge ist ein gewaltiger Rückstau in Mainz. Die Bauarbeiten starteten pünktlich mit Beginn der Herbstferien in Hessen, aber in Rheinland-Pfalz sind sie schon vorüber. Das verschärft die Situation.

„Die ganze Stadt läuft zu“, sagt Pressesprecher René Nauheimer vom Mainzer Polizeipräsidium. Wird die Heuss-Brücke noch mehr als sonst zum Nadelöhr, geht auf der Rheinallee und Wormser Straße bald gar nichts mehr. Das wiederum hat Auswirkungen auf alle Ein- und Ausfallstraßen wie Kaiserstraße, Saarstraße und Pariser Straße und bis zum Mainzer Autobahnring. „In den nächsten Tagen wird es genauso sein“, prophezeit Nauheimer.

„Vom Feierabendverkehr am Freitag an sollte sich die Lage wieder entschärfen“, sagt Steffen Thiel, Bauleiter vom Tiefbauamt Wiesbaden. Seit gestern erhält die Eisenbahnstraße, die am Kasteler Bahnhof vorbeiführt, eine neue Fahrbahndecke. Bis Freitag ist die Fahrspur in Richtung Kostheim dran, in der kommenden Woche dann die Gegenrichtung. Dafür müsse aber am Brückenkreisel nichts mehr gesperrt werden, versichert Thiel. Ein Ausweichen auf die benachbarten Rheinbrücken ist da nur logisch, bringt aber neue Probleme: Schiersteiner und Weisenauer Brücke sind ohnehin jeden Abend im Berufsverkehr dicht. „Wir können nur appellieren, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen“, sagt Polizeisprecher Nauheimer.

Wer nicht mit der Bahn zum Ziel kommen kann, steht aber auch im Bus im Stau. „Verspätungen bis zu 90 Minuten auf einzelnen Linien“ bestätigt Michael Theurer, Sprecher der Mainzer Verkehrsgesellschaft. Die MVG war vorab über die Sperrung der Eisenbahnstraße informiert, die Linien 28, 54, 55, 56, 57, 68 und 91 werden umgeleitet. Aber auch für Linien innerhalb von Mainz, die über die Rheinallee führen oder ihr nahe kommen, sind Verspätungen programmiert. Die MVG verlegt deshalb einzelne Busse um. Beispielsweise fährt die Linie 70 teilweise nicht über die Rheinallee, sondern direkt vom Straßenbahnamt in der Neustadt nach Lerchenberg.

„Der MVG wäre es schon lieber gewesen, wenn die Arbeiten in den rheinland-pfälzischen Ferien gemacht worden wären, dann wären die Auswirkungen auf Mainz geringer“, meint Theurer.

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