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Als Denny G. starb, war er kerngesund – und erst 19 Jahre alt. Er verlor sein Leben, weil er bei einem Streit unter Jugendlichen einen Messerstich in den Oberschenkel abbekam.

Verblutet nach drei Minuten

Als Denny G. starb, war er kerngesund – und erst 19 Jahre alt. Er verlor sein Leben, weil er bei einem Streit unter Jugendlichen einen Messerstich in den Oberschenkel abbekam.

Angeklagt, diesen Tod verschuldet zu haben, ist Leroy B. Er muss sich seit vergangener Woche wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge und versuchten Totschlags vor dem Landgericht Wiesbaden verantworten. Bei einem Streit zwischen B. und seinem Kumpel sowie dem später Getöteten und dessen Freund auf dem Gelände der Hochschule Rhein-Main soll der Angeklagte im Mai dieses Jahres Messer eingesetzt haben. G. starb, der Freund wurde schwer verletzt.

Die Arterie ist zu etwa 70 Prozent durchtrennt worden

Am Dienstag berichtet der Rechtsmediziner, der das Opfer obduzierte, vor Gericht von seinen Ergebnissen. „Er war altersgerecht völlig gesund“, so der Mediziner über den 19-Jährigen. Das Messer sei etwa acht bis zehn Zentimeter tief in die linke Seite des rechten Oberschenkels eingedrungen und habe dort die tödliche Verletzung verursacht. „Die Arterie ist nahezu vollständig, zu etwa 70 Prozent, durchtrennt worden“, berichtet der Arzt. Eine vollständig durchtrennte Arterie besitze unter bestimmten Voraussetzungen die Fähigkeit, sich zusammenzurollen und so zu verschließen. Da das Gefäß bei G. jedoch verletzt und nicht durchtrennt war, habe es dazu nicht kommen können. Denny G., laut Rechtsmediziner etwa zwei Meter groß und gut 90 Kilogramm schwer, habe nach den Berechnungen des Arztes wegen der Verletzung pro Minute etwa 400 bis 500 Milliliter Blut verloren.

„Reanimationsversuche waren vergeblich“

Bei einem Blutverlust von etwa 40 Prozent werde es für einen Menschen kritisch. Bei Denny G. sei dieser Zustand schnell erreicht worden. „Nach drei Minuten bestand für das Opfer bereits akute Lebensgefahr“, erläutert der Sachverständige. Das Herz habe zwar noch versucht, gegen den Blutverlust anzupumpen, doch vergeblich. Es kam zu einem „nicht umkehrbaren Schock“, wie es der Sachverständige bezeichnet, zu Herz-Kreislaufversagen.

G. starb, nachdem er sich noch vom Tatort weggeschleppt hatte. Schockierende Fotos zeugen von diesem etwa 50 Meter langen Weg. Als ein Notarzt eintraf, zeigte der 19-Jährige keine Lebenszeichen mehr: „Reanimationsversuche waren vergeblich.“ (sojo.)

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