Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Blackhawks sind weltweit im Einsatz. US-Army
+
Die Blackhawks sind weltweit im Einsatz. US-Army

Wiesbaden

US-Armee baut Hauptquartier um

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
    schließen

Auf dem Gelände der Clay-Kaserne in Wiesbaden könnten zusätzliche Helikopter stationiert werden. Bauarbeiten sind im Gange.

Die Befürchtungen aus dem Sommer 2020, die Vereinigten Staaten von Amerika würden Truppen aus der Landeshauptstadt abziehen, haben sich in Luft aufgelöst. Ganz im Gegenteil: Das Wiesbadener Hauptquartier wird gerade baulich aufgewertet. Doch jetzt haben einige Menschen Angst vor zusätzlichem Fluglärm. Es ist die Rede davon, dass zusätzliche Militärhubschrauber auf dem US-Flughafen im Stadtteil Erbenheim stationiert werden sollen.

Im November 2020 hatte die US-Army angekündigt, ihr Afrika-Kommando, das im italienischen Vincenza stationiert ist, mit dem seit 2013 in Wiesbaden beheimateten Europa-Hauptquartier zusammenzulegen. Der zum Vier-Sterne-General beförderte Christopher G. Cavoli übernahm die Führung des Doppelkommandos von Wiesbaden aus. Der Standort wird also gestärkt.

Dass zehn bis vierzehn weitere UH-60-Blackhawks zusätzlich zu den im Dienst befindlichen zehn Hubschraubern des gleichen Typs in den kommenden drei bis fünf Jahren in Erbenheim stationiert werden sollen, erfuhr das hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium mit Schreiben vom 8. September 2020. Das geht aus der Stellungsnahme des Ministeriums zum Antrag der Stadt Wiesbaden auf Zielabweichung des Regionalplans Südhessen hervor. Es sei in diesem Zeitraum auch die „Ertüchtigung der Flughafeninfrastruktur“ vorgesehen. Als Erweiterung des Flugplatzes möchte die Army das zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht verstanden wissen. Die Stationierung der zusätzlichen Helikopter sei noch „eine Option unter anderen“, teilt die US-Army Europe and Africa Public Affairs auf Anfrage mit. Alle Pläne würden zunächst mit den deutschen Behörden umfangreich besprochen. Man wolle ein guter Nachbar sein.

Der Stützpunkt

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1948 bis 1953) war auf dem ehemaligen NS-Militärflughafen das Hauptquartier der US-Air Force untergebracht.

Heute ist die Kaserne Hauptquartier der US-Army Europe and Africa. 20 000 Soldat:innen und Angehörige sind in Wiesbaden stationiert. (mre)

Was die Bautätigkeiten auf dem Gelände der Clay-Kaserne betrifft, wird die Pressestelle der US-Army Garrison konkreter. Neben der Start- und Landebahn werde aktuell eine neue Verwaltungsanlage für das US-Army Corps of Engineers, Europe District, gebaut. Von dort aus sollen Bauarbeiten in Europa, Afrika und Israel überwacht werden. Die Anlage wird rund 8700 Quadratmeter groß sein und 33 Millionen Euro kosten. Die Army möchte die in der Stadt verteilten Liegenschaften am Hauptstandort zusammenziehen. Der Neubau soll das US-Army Corps of Engineers Europe im Amelia-Earhart-Complex im Konrad-Adenauer-Ring ersetzen.

Außerdem werde eine neue Zufahrtsstraße gebaut, sodass der künftige Verkehr nicht mehr über die Rennbahnstraße auf die Nordseite, sondern durch das Haupttor an der Luftbrückenstraße fließe, teilt die Sprecherin mit. Diese Arbeiten würden voraussichtlich bis 2022 andauern.

Des Weiteren machen die Amerikaner ihre Bestandsgebäude fit. Mehrere sanierungsbedürftige Gebäude würden zu einer neuen Fahrzeugregistrierungs- und Inspektionseinrichtung umfunktioniert. Flugzeughallen würden umgebaut, damit sie neuen Zwecken dienen könnten. Die Wartung für Schwergeräte ziehe in ein anderes Gebäude um. Diese Arbeiten sollten bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Von einer Zunahme des Flugverkehrs sei nicht auszugehen.

Die Grünen sehen in den angekündigten Hubschraubern ein weiteres Hindernis für das Planungsgebiet Ostfeld in der Nachbarschaft. Ihr stellvertretender Fraktionschef Felix Kisseler fordert daher belastbare Fluglärmberechnungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare