Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Katja Hillemann ist Elternbeirätin an der Hermann-Ehlers-Schule in Wiesbaden.
+
Katja Hillemann ist Elternbeirätin an der Hermann-Ehlers-Schule in Wiesbaden.

Wiesbaden

Ältere Jahrgänge haben Zukunftsangst

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
    schließen

Schüler:innen der Hermann-Ehlers-Schule in Wiesbaden fühlen sich schlecht auf die Prüfungen vorbereitet. Es fehlt Personal, das die i-Pads bedienen kann.

In der Hermann-Ehlers-Schule in Wiesbaden sind vermutlich viele Beteiligte froh, dass der Sieben-Tage-Inzidenzwert in der Landeshauptstadt inzwischen deutlich unter 200 liegt. Denn für einen Wechselunterricht, wie ihn das Land ab der achten Klasse dann für möglich hält, fehlt es an Ressourcen aller Art: ausreichend Lehrpersonal, digitale Ausstattung und Rückhalt bei allen Eltern. Dazu kommt die gedrückte Stimmung: „Die älteren Jahrgänge plagt Zukunftsangst“, berichtet Schulelternbeirätin Katja Hillemann. Die Schülerinnen und Schüler hätten kein Problem damit, die AHA-Regeln einzuhalten. Aber Händewaschen und ständiges Lüften würden Zeit kosten. Etwa 25 Prozent des Unterrichts blieben auf der Strecke. Für die Abschlussprüfungen im Frühjahr fühlten sich viele nicht ausreichend vorbereitet.

Während des ersten Lockdowns im Frühjahr wurde an der Integrierten Gesamtschule im Stadtteil Erbenheim die Erfahrung gemacht, dass etwa 30 Prozent der Schüler:innen inhaltlich abgehängt worden seien. Ein nicht unerheblicher Anteil stammt aus einem sozial schwierigen Umfeld. Eine private digitale Ausstattung haben einige Schülerinnen und Schüler nicht. Ein ruhiger Arbeitsplatz in der elterlichen Wohnung - Fehlanzeige. Und Eltern, die ihren Kindern Stoff erklären oder für Disziplin bei den Hausaufgaben sorgen, sind auch nicht immer vorhanden. Geht es nach der Schulleitung, soll es also beim Präsenzunterricht bleiben, sagt Hillemann. Die Lehrerschaft bemühe sich, dass kein junger Mensch zurückbleibe, weil die Eltern nicht in der Lage seien, für passende Tablet-PCs und ein geordnetes Lernumfeld zu sorgen.

Und das Land schafft es auch nicht, Digitalität im Unterricht einzuführen. Zwar hat die Schule vor zehn Tagen 70 iPads geliefert bekommen - aber sie sind blank. „Auf jedes Gerät müsste die Software noch aufgespielt werden, dazu fehlt aber das Personal; es gibt nur zwei IT-Beauftragte an der Schule“, berichtet die Schulelternbeirätin, die auch im Stadtschulelternbeirat vertreten ist.

Zudem gebe es weitere offene Fragen wie: Können sich alle Schüler:innen zu Hause ins WLAN einloggen? Und bevor die Mail-Adressen für 650 Schüler:innen eingerichtet werden: Genügt die Software auch noch im kommenden Jahr den Datenschutzrichtlinien des Kultusministeriums? Und wer erklärt, wie mit Power Point oder Excel gearbeitet wird? „Gesamtschüler kommen nicht automatisch mit den Programmen in Berührung“, sagt Hillemann.

Dennoch befürworteten einige Lehrer:innen und Eltern den Wechselunterricht. Hillemann geht davon aus, dass etwa eine Hälfte dafür und die andere dagegen ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare