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Ein Mann starb an den Folgen des Unfalls noch am gleichen Abend.
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Ein Mann starb an den Folgen des Unfalls noch am gleichen Abend.

Wiesbaden

Unglück in Wiesbaden: Busfahrer erhält Bewährungsstrafe

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Nach einem Unfall mit Todesfolge wird ein Linienbus-Fahrer in Wiesbaden zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Auch nach Ende des Verfahren bleiben viele Fragen offen.

Das juristische Verfahren um den Busunfall vom November 2019 ist zu Ende. Das Amtsgericht Wiesbaden hat den ehemaligen Busfahrer der Verkehrsgesellschaft Eswe wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu zehn Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt, teilte das Amtsgericht Wiesbaden am Dienstag mit. Zudem wurde ihm der Führerschein entzogen. Die Tätigkeit als Busfahrer darf er nicht mehr ausüben. Der 67 Jahre alte Mann erkennt die Strafe an.

Nach Ansicht des Gerichts hat der Busfahrer durch sein Fahrverhalten am 21. November 2019 den Tod eines 85 Jahre alten Mannes verursacht, der an der Bushaltestelle am Wiesbadener Hauptbahnhof auf einen Bus wartete. Der Bus war plötzlich von der gegenüberliegenden Straßenseite über eine bepflanzte Verkehrsinsel hinweg auf den Busstopp gerast. Der alte Mann starb am gleichen Tag, weitere 25 Menschen, Busfahrgäste und Insassen der bei der Kollision beteiligten Personenkraftwagen, wurden verletzt.

Lange war unklar, ob menschliches Versagen oder ein technischer Defekt die Ursache für das Unglück gewesen war. Das Gericht geht davon aus, dass der Busfahrer den Unfall hätte vermeiden können, aber falsch reagierte. Möglicherweise hätten mehrere Fehlverhalten zu dem Unglück beigetragen. Nicht alle Details hätten sicher und lückenlos aufgeklärt werden können. Der Beschuldigte habe sein Fehlverhalten beim unmittelbar vorangegangenen Busfahrerwechsel und danach aber eingeräumt.

Dennoch könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch der vorherige Busfahrer bei dem Fahrerwechsel Fehler gemacht habe. Möglich sei, dass er beim Verlassen des Fahrzeuges das Getriebe des Busses auf D (Drive) statt N (Neutral) eingestellt hatte. Doch auch dann hätte laut der technischen Feststellungen der damals 65-jährige Fahrer noch bremsen können, was die Kollision mit Autos und dem Busgast vermieden hätte. Warum der Mann nicht gebremst habe, sei offengeblieben, und damit auch die Frage, ob er Gaspedal und Bremspedal verwechselt habe. An dem Bus seien keine technischen Mängel festgestellt worden.

Die Haftstrafe sei, so schreibt das Gericht, zur Bewährung ausgesetzt, weil dies bei Ersttätern üblich sei und der Mann eine gute Sozialprognose habe. Zudem leide er durch das Geschehen körperlich und psychisch.

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