Umzug in die Kälte

Pfarrer-Landvogt-Hilfe benötigt Unterstützung

Von Dominic Schreiner

Wir brauchen Geld. Viel Geld!“ Guido Meudt, erster Vorsitzender der Pfarrer-Landvogt-Hilfe, befindet sich mit seinem Verein in einer misslichen Lage. Bis September hat die Pfarrer-Landvogt-Hilfe Zeit, 200000 Euro aufzutreiben – oder der geplante Umzug auf die Zitadelle ist in Gefahr.

Mehr als zehn Jahre hat der Verein auf ein neues Domizil gehofft, dann endlich, am 30. Dezember, übergaben Baudezernentin Marianne Grosse und Sozialdezernent Kurt Merkator (beide SPD) den Bau F auf der Zitadelle. Von der anfänglichen Euphorie über die neuen Räumlichkeiten ist nicht viel übrig geblieben. Erst nach Übernahme des Gebäudes, das der Verein die nächsten 25 Jahre in Erbpacht zu einem symbolischen Preis von einem Euro pro Jahr übernommen hat, traten erhebliche Probleme auf, mit denen der Verein im Vorfeld nicht gerechnet hatte. Wie das Fehlen einer eigenen Heizung.

Das Areal auf der Zitadelle wird mit einer Ringleitung geheizt. Das bedeutet, dass entweder alle Gebäude geheizt werden, oder eben keines. Eine separate Beheizung einzelner Gebäude ist nicht möglich. Und war bisher auch nicht nötig, denn mit der Pfarrer-Landvogt-Hilfe zieht der erste fremde Eigentümer auf dem städtisch genutzten Areal ein.

Meudt bedauert, dass ihn seitens der Stadt niemand auf diese spezielle Situation hingewiesen habe: „Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir das Budget anders planen und eventuell Fördermittel beantragen können.“ Das Budget von insgesamt einer Million Euro hat der Verein aus Spendengeldern finanziert. Gleichzeitig muss Meudt auch eigene Versäumnisse einräumen, da er im Vorfeld des Vertragsabschlusses einfach davon ausgegangen sei, dass eine für Vereinszwecke ausreichende Heizung im Gebäude „selbstverständlich“ vorhanden sei.

Dezernentin Grosse weiß um die Problem der Pfarrer-Landvogt-Hilfe. Einspringen kann die Kommune aber nicht. „Die Stadt hat kein Geld. Die Kommunalaufsicht würde uns das nicht genehmigen.“ Dass es im Verlauf des Genehmigungsverfahrens zu Kostensteigerungen gekommen ist, ist für Grosse ein normaler Vorgang. Jedoch sei es bereits gelungen, bei Brandschutzmaßnahmen und Lüftung Kosten zu reduzieren.

Denn auch hier sind erst nach der Gebäudeübergabe weitere kostenintensive Überraschungen aufgetaucht, wie die Notwendigkeit einer speziellen Lüftungsanlage für die Küche der Einrichtung. „Wir können aber jetzt nicht einfach einen Rückzieher machen“, sagt Meudt, der auf die Spendenbereitschaft der Mainzer hofft. Letzte Alternative wäre die Aufnahme eines Kredits.

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