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Trotz Kündigungsschutzes schrumpft die Belegschaft

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Personalmangel in den Horst-Schmidt-Kliniken sorgt für Qualitätsverluste, klagen die HSK-Beschäftigten. Schmutzige Betten ständen auf den Fluren oder blockierten den Aufzug und damit die Wege für Notfälle.

An den zugesagten Kündigungsschutz für die rund 3000 HSK-Beschäftigten bis Ende 2015 hält sich Rhön. Doch viele Stellen sind nach Angaben von Beschäftigten dieses Jahr frei geworden und wurden nicht wieder besetzt. Entweder seien Ältere in den Vorruhestand gegangen oder Pflegekräfte in kommunale Häuser nach Mainz und Frankfurt abgewandert. Ein langjähriger Mitarbeiter berichtet von leeren Betten auf mehreren Stationen. Damit sei der Weg für einen Betten- und Personalabbau frei.

Der neue Geschäftsführer von Rhön, André Eydt, habe auf einer Betriebsversammlung angekündigt, dass angesichts des Millionendefizits der HSK die Personalkosten drastisch gesenkt werden müssten. Derzeit machten die Gehälter 70 Prozent der Ausgaben aus, der Anteil müsse auf 50 Prozent gedrosselt werden, erinnert sich eine Mitarbeiterin.

Um Personalkosten zu sparen, schaffe Rhön die Pflegedienstleitungen ab, berichten Betroffene. Auch renommierte Chefärzte würden nicht verschont. Die Direktorin der Wilhelm-Fresenius-Klinik für Dermatologie und Allergologie, Christiane Bayerl, verliert nach dem Umzug von der Aukammallee zum Stammsitz der HSK nach Dotzheim die Hälfte ihrer 31 Betten, berichten Beschäftigte und befürchten, dass dann wohl kaum alle Pflegekräfte übernommen würden.

Doch auch Veränderungen in der Küche und bei der Bettenaufbereitung sorgen für Unmut. Mangels Personals stehen benutzte, dreckige Betten auf den Fluren, blockieren den Aufzug und damit den Weg für Notfälle, berichten Mitarbeiter der FR.

Leiharbeit in der Küche

„Kürzlich wurde ein Reanimationsfall durch geparkte schmutzige Betten im Kernbereich behindert“, schreibt das Bündnis für eine kommunale HSK in seinem offenen Brief an die Rathausspitze.

In der HSK-Küche wiederum seien dieses Jahr 20 erfahrene Kräfte durch „zehn bis 15 Leiharbeiter“ ersetzt worden. Weil es an sauberem Geschirr fehlte, haben Patienten ihr Frühstück anderthalb Stunden später bekommen.

Ende März wird noch mehr Küchenpersonal überflüssig. Dann wird Rhön laut seiner HSK-Mitarbeiterinfo vom 19. November ein neues „Speiseversorgungssystem“ nach dem „Cook-and-Chill-Verfahren“ einführen. Das gekühlt angelieferte Essen wird in speziellen Wagen auf dem Weg zum Patienten erhitzt. 1,5 Millionen Euro hat Rhön laut Geschäftsführer André Eydt in „neue Wagentechnik und Versorgungssysteme“ gesteckt. (byb.)

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