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Tangermann verlässt die Piraten

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Ehemaliger OB-Kandidat erhebt Vorwürfe

Hans-Jörg Tangermann streicht die Segel. Der von seiner Partei verhinderte Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl verlässt die Piratenpartei. „Die Luft ist raus“, schreibt der 46-Jährige in einer E-Mail. Für ihn sei das „Experiment Piratenpartei“ gescheitert – „wenn auch nur vorerst“.

Mit großem Tamtam und per Casting hatten die Piraten einen Kandidaten für die OB-Wahl gesucht und in Tangermann gefunden. Auf einem Parteitag war der 46-Jährige anschließend offiziell nominiert worden. Doch dann kam es zu Spannungen. Tangermanns Kandidatur wurde von den beiden Vertrauensleuten, dem damaligen Vorsitzenden Bernd Fachinger und Michael Göttenauer, in letzter Sekunde zurückgezogen. Im Zuge eines Parteitags trat daraufhin der komplette Vorstand zurück.

Tangermann wirft in seiner Mail den Piraten vor, „immer mehr zum Steigbügelhalter der Linken“ zu verkommen. Sie seien nicht tolerant. Zudem prangert er das Handeln des Kreisverbandes an, der das „undemokratische Handeln“ der Vertrauenspersonen nicht weiter verfolge. Ebenso wenig wie der Landesvorstand Hessen. „Unangenehme Dinge auszusitzen, kannte ich bisher nur von Kohl & Co.“.

Dagegen verwehrt sich der Vorsitzende des Wiesbadener Kreisverbands der Piratenpartei Manuel Wüst. „Bevor ich beim Landesverband nachfragen konnte, kam schon Hans-Jörg Tangermanns E-Mail.“ Es sei immer schade, wenn Mitglieder austreten, die sich sehr engagieren – „auch wenn man nicht immer einer Meinung ist“, sagt Wüst auf Anfrage der FR.

Ihm zufolge seien die Wiesbadener Piraten mittlerweile wieder in ruhigerem Fahrwasser, „was aber nichts mit Hans-Jörgs Austritt zu tun hat“. „Wir haben uns in den vergangenen Wochen neu sortiert und können uns nun konzentriert auf die anstehenden Wahlen vorbereiten.“ (uf.)

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