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Wiesbaden

Tampons und Binden kostenfrei abgeben

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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An der Diltheyschule in Wiesbaden soll demnächst ein besonderes Pilotprojekt starten.

In Schottland werden Artikel für Monatshygiene kostenfrei abgegeben; im oberbayrischen Wasserburg stehen Tampons und Binden in Damentoiletten von Schulen und städtischen Gebäuden ebenfalls zur freien Benutzung bereit. Nach diesen Vorbildern möchten die Mitglieder des Stadtschülerrats und des Jugendparlaments auch in Wiesbaden Angebote für Mädchen und Frauen schaffen.

„Unser Ziel ist, dass in allen Schulen Menstruationsartikel kostenlos zur Verfügung stehen“, erklärt Liah Kaiser, stellvertretende Vorsitzende des Jugendparlaments, auf Anfrage. Sie sieht darin einen Schritt zu mehr Geschlechtergerechtigkeit. Zudem soll das Projekt dazu beitragen, das Thema Periodenarmut zu entstigmatisieren. Zahlreiche Frauen seien zu arm, um sich Tampons und Binden zu kaufen, sagt sie. Aus Scham gingen sie während ihrer Periode nicht aus dem Haus.

Als Erstes soll das Projekt am Diltheygymnasium starten. Schulsprecher Shayan Mirmoayedi, auch Vorsitzender des Stadtschülerrats, sieht die Abgabe der Hygieneartikel an der Schule schon als abgemacht. Gespräche mit der Schulleitung, auf den Damentoiletten entsprechende Boxen aufzustellen, liefen. Sollte die Schule die Kosten dafür nicht tragen, würden Stadtschülerrat und Jugendparlament Geld aus ihrer Kasse dafür verwenden. Nachdem man an der Diltheyschule genügend Erfahrungen gesammelt habe, solle das Projekt auch auf andere Schulen ausgeweitet werden. Die Initiator:innen hoffen auf die Stadt als Geldgeberin.

Das Thema sei unter den Schulsprecherinnen und Schulsprechern gut angekommen, sagt Mirmoayedi. Auf die Frage, was einen Mann dazu bewege, sich für Monatshygiene einzusetzen, antwortete er: „Man kann auch als Mann Feminist sein.“

Die Fraktion Die Linke & Piraten unterstützen das Anliegen. „Die Bereitstellung dieser Produkte ist auch in Zeiten einer weltweiten Pandemie ein wichtiges politisches Signal für die Gesundheit von Mädchen und Frauen“, teilt die Wiesbadener Stadtverordnete Mechthilde Coigné mit. Es sei nicht hinnehmbar, dass Frauen und Mädchen, die sich die Hygieneprodukte nicht leisten könnten, sich weiter ausgrenzen und somit auch noch psychisch unter dem Mangel leiden müssten.

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