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Betreuung

Tagesväter haben keine Lobby

In Wiesbaden fehlen noch viele Plätze in der Tagespflege. Doch ausgebildete Männer sind bei Eltern eher unerwünscht.

Wiesbaden braucht mehr Tagesmütter, aber keine -väter. Bis 2013 soll zwar für jede Familie eine Kinderbetreuung verfügbar sein, doch Männer, die eine professionelle Tagespflege anbieten, sind nicht erwünscht: „Die meisten Eltern sind bei Männern ängstlich“, sagt die Leiterin der Vermittlungsstelle für Tagesmütter „Treffpunkt Tagesmütter“ des Jugendamts.

Die Nachfrage nach männlichen Betreuern ist so gering, dass sich der Job für Männer nicht lohnt: „Daran ist auch das klassische Bild in unseren Köpfen, dass die Frau die Kinder hütet, Schuld.“ Der einzige Tagesvater in Wiesbaden hätte vor kurzem aufgegeben, sagt Bootz.

Insgesamt gibt es bis jetzt rund 170 Tagesmütter in Wiesbaden. Die meisten betreuen Kinder unter drei Jahren und ersetzen so einen Platz in der Kinderkrippe. „Die Unterbringung in Einrichtungen sind beliebter, da die Vertretung gesichert ist“, sagt Bootz. Hierbei bemüht sich der „Treffpunkt Tagesmütter“ um Alternativen. Ein Netzwerk aus Tagesmüttern oder eine Patengruppe in einer Krippe ermöglicht eine Vertretung im Krankheitsfall.

Bedarf an Plätzen ist hoch

Eine richtige Ausbildung zur Tagesmutter gibt es nicht, doch einen Qualifizierungskurs. Bootz erklärt, dass dabei Bewerberinnen zunächst auf ihre persönliche Eignung geprüft werden. Bei einem Hausbesuch werden die räumlichen Gegebenheiten, in denen die Kinder untergebracht werden, begutachtet. Anschließend absolvieren die Frauen 177 Unterrichtsstunden, ein Kolloquium und geben eine schriftliche Hausarbeit ab. Während der Zeit können sie bereits eine Erlaubnis für die Betreuung von höchstens zwei Kindern bekommen: „Die Ausbildung soll schließlich auch praxisbezogen sein“, sagt Bootz.

Bis zu fünf Kinder darf eine Frau betreuen. 420 Euro bekommt sie pro Kind, je nach Einkommen von den Eltern und vom Jugendamt. Zusätzlich bekommt sie 250 Euro Fördergeld pro Kind und Monat vom Land.

Der Bund brüstet sich neuerdings mit dem Neuplatzbonus bei dem pro neu geschaffenen Betreuungsplatz ab März diesen Jahres einmalig 500 Euro an die Tagesmutter bezahlt wird. Besteht der Platz bis Mai 2013, gibt es noch mal 800 Euro oben drauf. Was viele nicht wissen: Ein ähnliches Programm läuft in diesem Jahr aus. Darin gab es für einen Betreuungsplatz einer Tagesmutter 500 Euro geschenkt und 1500 Euro Renovierungspauschale, also insgesamt 700 Euro mehr.

„Es ist mühsam, neue Tagesmütter zu akquirieren, wegen der Grundeignung und der Fluktuation“, sagt Bootz. Der Bedarf an Plätzen sei nach wie vor hoch. (cfr.)

Wie kann ich Tagesmutter werden? Infoveranstaltung, Montag, 30. April, um 16 Uhr im „Treffpunkt Tagesmütter“, Bahnhofstraße 55-57.

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