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Suchtprävention wird fortgesetzt

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Von: Arne Löffel

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Mit einem Wohnwagen fährt das Mobile Kontaktcafé, hier mit Aline Pittner, dorthin, wo sich Jugendliche aufhalten.
Mit einem Wohnwagen fährt das Mobile Kontaktcafé, hier mit Aline Pittner, dorthin, wo sich Jugendliche aufhalten. © Martin Weis

Der Magistrat will das erfolgreiche Präventionsprojekt „HaLT“ retten, indem es künftig mit „MoKa“ zusammengelegt wird. Was beide Projekte vereint, ist laut einer Magistratsvorlage das Ziel der charakterlichen Stärkung der Jugendlichen, um die Sucht- und Drogenmissbrauchsgefahr zu mindern.

Auch wenn das Teenie-Phänomen „Komasaufen“ aus dem Fokus der Medien und offensichtlich Drogenabhängige weitestgehend aus den Innenstädten verschwunden sind, ist die Suchtprävention nach wie vor einer der Schwerpunkte der alltäglichen Jugendarbeit.

Doch angesichts der leeren Haushaltskassen drohte mit „Hart am Limit“ (HaLT) eines der besonders erfolgreichen Präventionsprojekte in Wiesbaden beerdigt zu werden: Das Land hatte laut Kämmerer und Gesundheitsdezernent Axel Imholz (SPD) seine anteilige Finanzierungszusage zurückgezogen, die Stadt im Zuge der Haushaltsberatungen ihrerseits die Unterstützung des Projekts abgesagt, das alleine nicht zu stemmen gewesen wäre.

Nun hat die Verwaltung das bei Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) angesiedelte Projekt durch einen Kunstgriff gerettet: HaLT wird laut einem Magistratsbeschluss von gestern mit dem Mobilen Kontaktcafé (MoKa) im Kulturpark zusammengelegt. Die Idee dahinter ist, Synergieeffekte zu heben.

Während HaLT sich im Ursprung ausschließlich auf exzessives Trinken unter Jugendlichen bis zum Bewusstseinsverlust kapriziert und hier präventiv tätig ist, richtet sich das MoKa mit aufsuchender Jugendarbeit an die gesamte Szene, die zum Teil auch andere Drogen konsumiert.

30.000 Euro pro Jahr

Was beide Projekte vereint, ist laut einer Magistratsvorlage das Ziel der charakterlichen Stärkung der Jugendlichen, um die Sucht- und Drogenmissbrauchsgefahr zu mindern. Die Integration von HaLT im MoKa habe zudem den Vorteil, dass die suchtgefährdeten Jugendlichen dort aufgesucht werden können, wo sie sich befinden. Damit wird dem „mobilen Charakter der Jugendszene Rechnung getragen“, so die Vorlage an den Magistrat. 30.000 Euro sollen hierfür jedes Jahr vom Parlament bereitgestellt werden.

Laut dem neuen Konzept, das der Magistratsvorlage zugrunde liegt, eignen sich beide Projekte für den Zusammenschluss, weil bei ihnen jeweils der Mensch im Mittelpunkt steht. Die konkreten Bedürfnisse der Jugendlichen seien maßgebend für das, was tatsächlich passiert. Trotz der veränderten Finanzierungsstruktur könne die bewährte Netzwerkarbeit weitergeführt werden, heißt es in der Vorlage.

„Seit dem Jahr 2008 arbeiten zahlreiche Institutionen in Wiesbaden im Rahmen des Alkoholpräventionsprojektes HaLT hervorragend zusammen“, resümiert Ordnungsdezernent Franz. Das HaLT-Bündnis sei durch seine vielfältigen Aktivitäten – wie beispielsweise die Chillout-Zone beim Theatrium, aber auch durch Jugendschutzkontrollen bei Veranstaltungen und Testkaufaktionen in Verkaufsstellen – bekannt und zu einem wichtigen Baustein im Bereich des Jugendschutzes in Wiesbaden geworden.

„Angebote wie HaLT sind und bleiben wichtig, denn Komasaufen ist unter Jugendlichen weiterhin ein Problem – ganz unabhängig von den bevorstehenden Faschingstagen“, schreibt der gesundheitspolitische Sprecher der CDU, Reinhard Völker, in einer Pressemitteilung. Allein im Jahr 2014 seien 92 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftungen in die HSK gebracht worden. Dem HaLT-Team sei es zu verdanken, dass sich die Zahl der jugendlichen Komasäufer in Wiesbaden reduziert habe, betont Völker.

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