Wiesbaden, 14.05.2019
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  • vonDiana Unkart
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Wiesbaden Kulturbeirat befürchtet, dass sich wegen Corona keine Interessenten finden.

Die Frage, wie es mit dem Walhalla-Theater weitergeht, ist eine die Kulturschaffende, Politiker und Bürger in Wiesbaden seit Jahren umtreibt, nicht nur, weil sich das im neobarocken Stil erbaute und inzwischen marode Haus in zentraler Lage befindet. Es gilt in Wiesbaden als Institution. Bis diese Frage beantwortet werden kann, wird aber wohl mehr Zeit vergehen, als ursprünglich vorgesehen. Das Interessensbekundungsverfahren beginnt erst im kommenden Jahr.

Der Kulturbeirat der Stadt hatte zur Verschiebung geraten. Offen bleibt, was aus dem Walhalla wird, wenn sich wegen der veränderten Bedingungen in Folge der Corona-Pandemie niemand bewirbt.

Stadt saniert Gebäude

„Der Kultur- und Veranstaltungssektor ist bezüglich wirtschaftlicher Planbarkeit im besonderen Maße von der Covid-19-Krise beeinträchtigt. Der Kulturbeirat schätzt es daher als zweifelhaft ein, dass eine relevante Anzahl geeigneter Bieterinnen und Bieter sich interessieren kann und wird“, heißt es zur Begründung.

Aus der Branche, von den großen Unternehmen, seien Signale gekommen, dass ein Verfahrensstart unter den derzeitigen Bedingungen wenig Sinn habe, sagt Dorothea Angor, stellvertretende Vorsitzende des Kulturbeirats und kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Rathausfraktion. Die Verschiebung böte nun die Möglichkeit, Zeit zu gewinnen.

Das Interessensbekundungsverfahren ist der erste Schritt in die Zukunft des Walhalla und geht, darauf haben sich Kulturbeirat und Stadtpolitik verständigt, einer Sanierung des maroden Gebäudes voraus. Die bauliche Instandsetzung, die mehr als 30 Millionen Euro kosten und größtenteils von der Stadt getragen werden wird, soll sich nach dem Konzept richten.

Gesucht wird europaweit nach einem Betreiber, der über die Erfahrung verfügt, das gesamte Haus bewirtschaften zu können. „Wir werden nicht den mit dem meisten Geld brauchen, sondern den, der das beste Konzept hat“, sagt Kulturdezernent Axel Imholz (SPD).

Früher Theater und Kino

Das 1897 erbaute Haus am Mauritiusplatz, einst Varietétheater mit großem Ballsaal, später unter anderem Kino und Nachtclub, war 2017 wegen Brandschutzmängeln geschlossen worden. Bis dahin hatte der Verein Walhalla-Theater Teile des Hauses bespielt. Erst Anfang des Jahres hatten Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD), Kulturdezernent Imholz und Rainer Emmel, Geschäftsführer der WVV Wiesbaden Holding, eine gemeinsame Absichtserklärung zum Walhalla-Theater als Kulturort unterzeichnet. „Es ist aber noch nichts gerettet“, sagt Dorothea Angor. „Die Zukunft des Walhalla ist offen.“

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