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Die Studierenden wollen in Erfahrung bringen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf den Einzelhandel hat.
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Die Studierenden wollen in Erfahrung bringen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf den Einzelhandel hat.

Wiesbaden

Studierende untersuchen, wie sich Wiesbaden wandelt

  • VonDiana Unkart
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Eine großangelegte Untersuchung startet. Ergebnisse sollen am Ende des Jahres vorliegen. Mit ihrer Hilfe will die Politik entscheiden, was zu tun ist, um die Innenstadt wiederzubeleben.

Die Innenstädte stehen vor großen Veränderungen, Fachleute sagen, den größten seit dem Zweiten Weltkrieg. Geschäfte verschwinden, große Kaufhäuser, früher Magneten, die zuhauf Menschen in die Fußgängerzonen zogen, schließen. Als Folge der Digitalisierung boomt der Onlinehandel. Die Corona-Pandemie hat den Trend zum Einkauf per Smartphone noch verstärkt. Ihr Ausbruch markiert eine Zäsur.

Niemand weiß, wie sich die Menschen nach der Pandemie verhalten werden, ob sie in die Geschäfte, Büros und Restaurants zurückkehren, welche Auswirkungen Abstands- und Maskenpflicht haben werden. In Wiesbaden gibt es eine Reihe von Programmen, die das Ziel verfolgen, diesen Strukturwandel zu begleiten und die Innenstadt wieder zu einem beliebten und attraktiven Bereich zu machen. Sie heißen „Masterplan Innenstadt“ oder „Restart City“.

Nun läuft eine großangelegte Untersuchung zum Wandel und zur Zukunft der Innenstadt an. Etwa 150 Studierende des Geographischen Instituts der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz unter Leitung von Professor Anton Escher werden bis Mitte August unterwegs sein, Passantinnen und Passanten, Gastronomen und Hoteliers befragen. Zeitgleich beginnt das Amt für Statistik und Stadtforschung mit umfassenden Untersuchungen des Einzelhandels. Das Kooperationsprojekt von Stadt und Universität trägt den Titel „Wiesbadener Innenstadt im Wandel“. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) erhofft sich von ihm eine von politischen Vorgaben unabhängige Datenlage. Sie soll die Grundlage für spätere politische Entscheidungen sein. „Es geht dabei um eine langfristige Perspektive.“ Ein Analyse in dieser Dimension und Tiefe habe es in Wiesbaden bislang noch nicht gegeben. Ergebnisse sollen Ende des Jahres vorliegen. Der Oberbürgermeister appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, an die Gastroszene, den Einzelhandel und die Fachleute im Beherbergungsgewerbe, sich an den Umfragen zu beteiligen.

Die Studierenden, die sich ausweisen können und unter anderem an einer dunkelblauen Basecap mit Stadtlogo erkennbar sein werden, befragen aber nicht nur. Sie werden Läden in der Erdgeschosszone kartieren und Fotodokumentationen anfertigen. Während vorgesehen ist, Passantinnen und Passanten auf der Straße anzusprechen, sollen Hoteliers und Beschäftigte im Gastgewerbe mit Voranmeldung zu längeren Interviews getroffen werden. Um die Einzelhändler:innen zum Mitmachen zu bewegen, werden Flyer mit QR-Code verteilt, über den sie zur Onlineumfrage gelangen können. Die Erhebungen umfassen die fünf Themenbereiche Standort- und Strukturwandel, Digitalisierung, Corona-Pandemie, Image und Atmosphäre und Zukunftsperspektiven. Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich über den Bereich des historischen Fünfecks hinaus und reicht vom Hauptbahnhof bis etwa zum alten Friedhof, vom Bismarckring bis zur Wilhelmstraße.

„Überall auf der Welt sind Innenstädte ein Spiegel der Gesellschaft“, sagt Studienleiter Anton Escher. „Heute sind wir wieder an einem Punkt angelangt, an dem die Innenstädte in Sachen Dynamik explodieren und gleichzeitig einen Wandel und Bedeutungsverlust erleben.“ Welche Menschen kommen nun in die Stadt? Wie verändert sich ihr Image? „Diese Fragen verfolgen wir.“

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