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Wiesbaden

Strömungen im Streit

  • VonDiana Unkart
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Abspaltungen von bestehenden jüdischen Gemeinden sind kein neues Phänomen. Schon vor 150 Jahren gründete sich in Wiesbaden eine neue, orthodoxe Gruppe.

Vor rund 150 Jahren vollzog sich in Wiesbaden etwas Ähnliches wie dieser Tage. Auch damals gründete sich eine neue jüdische Gemeinde – allerdings eine orthodoxe. In der Datenbank Alemannia Judaica heißt es, schon während der Wirkzeit von Rabbiner Abraham Geiger in Wiesbaden (1832 bis 1837) habe sich in orthodoxen Kreisen Widerstand geregt. Geiger gilt als Vordenker des liberalen Judentums und führte zahlreiche Neuerungen ein.

Die Einweihung der Synagoge auf dem Michelsberg im August 1869 war der Zeitpunkt, an dem orthodox gesinnte Juden beschlossen, eine eigene Gemeinde zu gründen. In der Synagoge gab es eine Orgel und gemischten Chorgesang. Die Zeitung „Der Israelit“ berichtete im September 1869: „Vor dem Neujahrsfeste wurde die hiesige neu erbaute Pracht-Synagoge unter Orgelklang und Weibersang, mit Festbällen, Theater-Fest-Vorstellungen und Kurhauskonzerten nebst Festessen – unter unzureichender jüdischer Aufsicht von einem nichtjüdischen Restaurant übernommen und ausgeführt – feierlichst eingeweiht.“ Auf der Homepage des Hessischen Hauptstaatsarchivs heißt es dazu: Mit dem Aufkommen der jüdischen Reformbewegung seien neue Wege der Gottesdienstgestaltung gesucht worden: Zu einen, um sich an die christliche Mehrheitsgesellschaft anzupassen, zum anderen aber auch, um sich von der bisherigen Traditionen abzugrenzen, die als überkommen empfunden worden seien.

Austritt der Orthodoxen

Es sei zu heftigen Spannungen zwischen der immer stärker werdenden orthodoxen Gruppierung und der liberalen Hauptgemeinde gekommen, die 1876 mit dem gemeinsamen Austritt der Orthodoxen aus der Kultusgemeinde ihren Höhepunkt erreicht hätten, schreibt die Alemannia Judaica. Die Hauptgemeinde verbot den aus ihrer Sicht Abtrünnigen die Bestattung auf dem jüdischen Friedhof. 1879 wurde die orthodoxe „Altisraelitische Kultusgemeinde“ offiziell anerkannt. Um 1885 weihte sie in der Friedrichstraße eine eigene Synagoge ein. Die Synagoge auf dem Michelsberg wurde im November 1938 zerstört, die in der Friedrichstraße beschädigt. Die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden beten heute wieder in der Synagoge in der Friedrichstraße. diu

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