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Streit um Kunst am Bau

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Von: Madeleine Reckmann

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Die Pyramide könnte vor dem Kongresscenter stehen.
Die Pyramide könnte vor dem Kongresscenter stehen. © M. Bonvici

Der Platz vor dem Kongresscenter wirkt leer und kahl. Geplant ist dort eine große Skulptur. Doch die Verwaltung sieht Probleme, das Werk zu installieren.

Eine große Steinfläche und wenig Grün - der neu gestaltete Platz zwischen dem Neubau des Rhein-Main-Congresscenters (RMCC) und dem sanierten Landesmuseum wirkt kahl. Außer der umstrittenen Litfaßsäule, von der Museumsleiter Alexander Klar sagt, sie störe die Blickbeziehungen zwischen Museum und RMCC, steht da nichts. Dabei waren für den Platz Kunst am Bau vorgesehen und eine halbe Million Euro im Etat eingeplant worden.

Ziemlich genau vor einem Jahr, Ende August 2017, hatte die Jury für den Wettbewerb Kunst am Bau für das RMCC den Entwurf von Monica Bonvici zum Sieger erklärt. Ihre vier Meter hohe Skulptur besteht aus unregelmäßigen Treppenstufen, die die Menschen besteigen und als Sitzplatz nutzen könnten. Doch laut Museumsleiter und Jury-Vorsitzender Klar ist das Wettbewerbsergebnis weder öffentlich gemacht noch die Künstlerin offiziell von ihrem Sieg benachrichtigt worden.

„Die Umsetzung des Entwurfs wird von der Verwaltung hintertrieben“, behauptet er. Der inzwischen im Ruhestand weilende RMCC-Projektleiter Henning Wossidlo sowie Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel (CDU) würden formale Gründe wie die Verkehrssicherheit und den Schutz der Baumwurzeln nutzen, um den Bau des Kunstwerks zu verhindern. In einem Brief an die Mitglieder des Kulturausschusses schreibt Klar, den Ämtern werde in „unorthodoxer Manier“ suggeriert, dass das Kunstwerk nicht genehmigungsfähig sei, obwohl „sämtliche baurechtliche Fragen im Rahmen einer Ausführungs- und Genehmigungsplanung durch die Künstlerin und ihre Architekten mit den zuständigen Ämtern“ zu klären seien.

„Das ist eine Unterstellung“. erwidert Bendel auf FR-Nachfrage. Das Kunstwerk sei vielmehr wegen seiner Größe und seines Umfangs nicht genehmigungsfähig, weder auf dem Vorplatz zwischen RMCC und Museum noch an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Wilhelmstraße. Beides war von der Künstlerin als Alternativstandorte ausgewählt worden. „Das Kunstwerk ist zu wuchtig“, sagt Bendel. Auf der nächsten Sitzung des Eigenbetriebs Triwicon im September, der für Messe, Kongresscenter und Tourismus zuständig ist, werde geklärt, wie in dieser Sache weiter verfahren werde.

Monica Bonvici ist eine international anerkannte Künstlerin aus Berlin. Klar ist überzeugt, dass ihr Kunstwerk „nicht nur dem noch sterilen Platz einen Aspekt spielerischer Lockerheit“ hinzufügen würde, sondern „die begehbare Arbeit auch ein populärer Treffpunkt für Messegäste und Flaneure“ würde, schreibt Klar dazu. „Als erstes öffentliches Gegenwartskunstwerk von Rang in Wiesbaden“ würde es der „eher rückwärts blickenden Stadt ein aufregendes Bravourstück der Contemporary Arts hinzufügen.“

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