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Streit um die geplante Stadtbahn

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Eine Stadtbahn könnte täglich 20 Busse einsparen, sagt die SPD, die FDP hält das Millionenprojekt für Größenwahn. Befürworter und Gegner der Straßenbahn können sich bei einer Podiumsdiskussion austauschen, zu der die Grünen einladen.

Größenwahn oder Rettung vor dem Verkehrskollaps? Über die Pläne der großen Koalition im Rathaus, eine Straßenbahn quer durch die Stadt von Klarenthal/Kohlheck über den Hauptbahnhof bis in die Hasengartenstraße zu bauen, wird lebhaft diskutiert. Nach aktualisierten Gutachten war Verkehrsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) schon im Sommer überzeugt: Diese Schienenstrecke ist in jeder Hinsicht sinnvoll. Auf der bereits heute von Bussen und Autos stark befahrenen Trasse könnten täglich 20 Busse eingespart werden, zudem würden nach Schätzung von Experten 8000 Menschen pro Werktag ihr Auto stehen lassen. Das sei nötig, denn wegen des Bewohnerzuwachses werden sich die Pendlerströme noch erhöhen.

Doch Kritiker, vor allem aus dem betroffenen Stadtteil Klarenthal und dem Lager der FDP, halten das Millionenprojekt nicht nur wegen der jahrelangen Baustellen für größenwahnsinnig und überflüssig. Mit den Buslinien 33, 17 und 14 komme man nach Kastel, Schierstein und Bierstadt, sagt der langjährige Ortsvorsteher Gunther Ludwig (SPD). Auch Langbusse oder Elektro-Fahrzeuge könnten den Verkehr entlasten und sauberer machen.

„Bahn zerstört Stadtbild“

Den Klarenthaler Horst Gemmerich wiederum stört, dass eine Straßenbahn nur wenige Haltestellen habe, das Stadtbild zerstöre und den Wert der an der Trasse befindlichen Häuser mindere. Zudem bezweifelt Gemmerich, dass der Bund die geplante Stadtbahn bezuschusse.

Die Rathausfraktion der Grünen lädt nun unter dem Motto „Einstieg in die Zukunft – die Stadtbahn in Wiesbaden“ zu einer Podiumsdiskussion. „Nur mit der Stadtbahn kann die Mobilität der Menschen in Wiesbaden schneller und komfortabler werden“, plädiert Fraktionschefin und OB-Kandidatin Christiane Hinninger für eine Stadtbahn. Das Bussystem habe mit 50 Millionen Fahrgästen jährlich seine Grenzen erreicht. Hinningers Fraktionskollege Claus-Peter Große stellt klar, dass das Projekt förderfähig sei. (byb.)

Der Info-Abend der Grünen beginnt am Dienstag, 20. November, im Georg-Buch-Haus, Wellritzstraße 38, um 19.30 Uhr. Es diskutieren Verkehrspolitiker der Grünen und Jörg Plieschke, Citymanager der Stadt Heilbronn.

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