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Streit endet beinahe tödlich

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Vor dem Landgericht begann der Prozess wegen einer Messerstecherei auf dem Schlachthofgelände. In der Nacht zum 25. Juni soll der Angeklagte einen heute 21-Jährigen mit Messerstichen so schwer verletzt haben, dass der fast gestorben wäre.

Brav sieht er aus. Wie ein Musterschüler. Kurz geschorene Haare, kariertes helles Hemd, ordentliche Jeans. Gefasst sitzt der 28-Jährige neben seinem Verteidiger im Sitzungssaal am Landgericht. Er ist alleine vor Gericht erschienen. Sein Vater heiße das nicht gut, was er gemacht habe, sagt er. Das, was er getan hat, fasst die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft knapp in zwei Worte zusammen: versuchte Tötung. In der Nacht zum 25. Juni soll er auf dem Schlachthofgelände einen heute 21-Jährigen mit Messerstichen so schwer verletzt haben, dass der fast gestorben wäre. Vier Liter Blut hatte der Mann damals verloren.

Dass er es war, der den 21-Jährigen verletzte, bestreitet der Angeklagte nicht. Doch erzählt er eine Geschichte, die von dem abweicht, was sein Opfer später aussagen wird. Der 28-Jährige erzählt von einem Streit, den sein Freund, mit dem er damals unterwegs war, mit einem Mann der vierköpfigen Gruppe hatte. Einfach so sei das Gespräch eskaliert. Und dann hätte auf einmal der 21-Jährige seinen Freund von der Treppe geschubst und die Männer hätten auf ihn eingetreten.

Er sei seinem Freund zu Hilfe geeilt. Erst dann sei ihm eingefallen, dass er ein Messer dabei hatte. Den Aggressivsten, den 21-Jährigen, habe er in die Schulter gestochen und dann ins Gesäß, „damit er aufhört“. Tatsächlich stoppte die Gruppe ihr Treiben, und er und sein Kumpel seien abgehauen. In der Mainzer Straße habe die Gruppe seinen Freund eingeholt und wieder zugeschlagen. Er sei weggelaufen, nachdem er die Polizei alarmiert hatte.

Dann ist der 21-Jährige dran. Von dem Streit berichtet auch er. Doch habe er weder den Freund geschubst noch ihn getreten. Und auch seine Freunde hätten nichts getan. Der Angeklagte habe einfach so zugestochen. Was danach passiert sei, daran könne er sich nicht mehr erinnern. Unterstützung erhielt der Angeklagte gestern von seinem Freund, der seine Aussage bestätigte, obwohl er bei der Polizei zunächst etwas anderes ausgesagt hatte. Wann er verletzt wurde, vor oder nach den Messerstichen, wird die Kammer herausfinden müssen. Der Prozess wird am Dienstag, 27. November, um 9 Uhr fortgesetzt. (uf.)

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